Rund eine Million Menschen in Deutschland nehmen regelmäßig gerinnungshemmende Medikamente, auch „Blutverdünner“ genannt. So senken sie ihr Risiko für schwerwiegende Erkrankungen, die durch Blutgerinnsel verursacht werden – wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Venenthrombosen und Embolien. Doch die verschiedenen Medikamente haben auch Nebenwirkungen. Damit befasst sich die Vortragsreihe „Medizin für Mannheim“ unter dem Titel „Blutverdünnung – auf was muss man achten?“ am Dienstag, 25. April, 18:30 Uhr, im historischen Großen Hörsaal der Universitätsmedizin Mannheim (UMM).

Zu Beginn gibt Professor Dr. med. Daniel Dürschmied, Direktor der I. Medizinischen Klinik, einen Überblick darüber, wann eine „Blutverdünnung“ nötig ist und welche Möglichkeiten es heute dafür gibt. „Die umgangssprachlich ‚Blutverdünner‘ genannten Antikoagulanzien machen das Blut nicht flüssiger – sie hemmen nur die Blutgerinnung“, sagt er und betont: „Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes wird nicht komplett ausgeschaltet, sonst würde man bei einer Verletzung schnell verbluten.“ Die Mittel führen aber dazu, dass es länger dauert, bis der Körper Wunden wieder verschließt und Blutungen stoppt. Daher gehören Blutungen zu den häufigsten Nebenwirkungen von Gerinnungshemmern.

Diese verstärkte Blutungsneigung und der langsamere Wundverschluss können Komplikationen bei Operationen verursachen. Daher informiert Professor Dr. med. Sascha Gravius, Direktor des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums, darüber, wie man sich vor einem geplanten Eingriff verhalten soll. „Der Operateur muss unbedingt über die Einnahme von Gerinnungshemmern informiert sein“, betont er. „Denn mit einer Änderung oder dem kurzfristigen Absetzen der Medikation können wir das Blutungsrisiko bei einem Eingriff deutlich reduzieren.“

Auch ohne Eingriffe können bei der Einnahme von Antikoagulanzien Blutungen auftreten. „Viele Patienten fürchten sich ganz besonders vor Magenblutungen“, erklärt Professor Dr. med. Sebastian Belle, Leiter der Zentralen Interdisziplinären Endoskopie. In seinem Vortrag spricht er über die Ursachen von Magenblutungen und zeigt, wie man sie verhindern kann.

Zum Abschluss des Abends erklärt der Leiter der Angiologie an der I. Medizinischen Klinik, PD Dr. med. Martin Sigl, wie Thrombosen – also der teilweise oder vollständige Verschluss eines Gefäßes durch einen Blutpfropf – entstehen und wie sie sich behandeln lassen. „Je nach Art und Ort der Erkrankung können wir das Gerinnsel mit Medikamenten auflösen, mit Kompressionsverbänden oder -strümpfen behandeln oder mit einem minimal-invasiven Katheter-Eingriff entfernen“, umreißt der Gefäßspezialist die möglichen Therapieoptionen.

Die Vorträge

„Blutverdünnung – aus was muss man achten?“

finden statt

am Dienstag, 25. April, 18:30 bis 19:30 Uhr

im Großen Hörsaal 01 der UMM

(Haus 6, Ebene 4 | Haupteingang am Neckar)

Theodor-Kutzer-Ufer 1-3, 68167 Mannheim.

Der Eintritt ist frei.

Nach den aktuellen Corona-Vorschriften wird kein Testnachweis benötigt und es muss keine FFP2-Maske mehr getragen werden.

Wer nicht vor Ort dabei sein kann, findet unter www.medizin-fuer-mannheim.de einen Link zum ebenfalls kostenfreien Livestream.

„Medizin für Mannheim“ ist eine Veranstaltung der Universitätsmedizin Mannheim in Kooperation mit der Mannheimer Abendakademie, dem Mannheimer Morgen und dem Rhein-Neckar Fernsehen.

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