Die Zahlen, die von BMFSFJ, BMI und BKA heute vorgestellt wurden, sprechen eine deutliche Sprache. Obwohl sie nur die polizeilich erfassten Fälle darstellen und von einer immensen Dunkelziffer auszugehen ist, ist 2022 die Anzahl der Betroffenen von Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner um 9,4% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 126.349 Frauen waren von Gewalt in der Partnerschaft betroffen. 133 Frauen wurden von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet.Und trotzdem: Selbst wenn der Täter der Polizei bekannt ist, wird nicht genug getan, um Frauen vor erneuter Gewalt zu schützen. Letzte Woche wurde in Frankfurt eine Frau und dreifache Mutter brutal ermordet, der Tatverdächtige ist ihr Mann, der bereits zuvor von ihr wegen Gewalttätigkeit angezeigt worden war.

„Wir sehen es immer wieder: Obwohl eine Frau den Mut fand, sich zu trennen und Anzeige zu erstatten, und obwohl die Gewaltbereitschaft des Mannes der Polizei bekannt ist, wird sie ermordet. Es müssen endlich die Maßnahmen ergriffen werden, die Frauen wirklich schützen und schlimmste Gewalttaten verhindern“, so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V. „Dazu gehört die Durchsetzung einer bundesweit einheitlichen Wegweisung des Täters vom Wohnort – und zwar auch mit elektronischer Überwachung, wie es sie in Spanien gibt.“„Wir sehen zudem große Probleme im Familienrecht“, so Christa Stolle weiter, der Umgang mit den gemeinsamen Kindern darf nicht der Grund für eine dauerhaftes Gewaltrisiko für die Frau sein, weil FamilienrichterInnen ein Vater-Mutter-Kind-Ideal mehr im Fokus haben als die Gewalt, die der Täter in der Familie ausgeübt hat – oft über lange Zeit. Gerade in hochriskanten Fällen von häuslicher Gewalt kommt es bei Übergabesituationen der Kinder häufig zu einer erneuten Gefährdung der Frau.“ Darum fordert TERRE DES FEMMES eine sofortige Aussetzung des Umgangsrechts für den gewalttätigen Elternteil. TERRE DES FEMMES begrüßt es, dass Innenministerin Nancy Faeser die BKA-Zahlen in diesem Jahr früher als sonst veröffentlicht und zudem eine lange überfällige Studie zum Dunkelfeld ankündigt. Christa Stolle dazu: „Diese Zahlen sind wichtig – aber sie sind erst dann nützlich, wenn ihnen auch entsprechende Maßnahmen folgen.“„Nicht zuletzt muss man leider auch immer wieder auf die riesige Zahl von 14.000 fehlenden Plätzen in Frauenhäusern hinweisen“, so Stolle weiter. „Diese wären nicht einmal eine dauerhafte Lösung für den Wohnraummangel, der Frauen besonders trifft, die einen Gewalttäter verlassen wollen, aber sie sind in akuten Situationen enorm wichtig – und können Leben retten.“

Weiterführende Links

Alle TDF-Forderungen zu häuslicher Gewalt

TDF-Kampagne „Jede Vierte“

Analyse des Berichts der Frauenhaus-Koordinierung

TDF-Kampagne „Gewalt Anzeigen“ mit ebay Kleinanzeigen

Zu den BKA-Zahlen zu Partnerschaftsgewalt 2021
Hilfsangebote und Beratungsstellen

Über TERRE DES FEMMES e. V. – Menschenrechte für die Frau e. V.

TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation, die sich für ein selbstbestbestimmtes, gleichberechtigtes und freies Leben für Mädchen und Frauen weltweit einsetzt. Durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, Publikationen, Veranstaltungen, Kampagnen und Lobbyarbeit sensibilisiert TERRE DES FEMMES die Öffentlichkeit und Politik für geschlechtsbedingte Gewalt und Diskriminierung.

TERRE DES FEMMES unterstützt Mädchen und Frauen durch spezifische Aufklärungsprogramme in Schulen und ihren Communities. Mit anderen Frauenrechtsorganisationen ist TERRE DES FEMMES international vernetzt, fördert Projekte, Organisationen und Initiativen von Frauen für Frauen im Ausland. Die Arbeit des Vereins konzentriert sich auf die Themenschwerpunkte weibliche Genitalverstümmelung, Häusliche und Sexualisierte Gewalt, Gewalt im Namen der Ehre, Frauenhandel und Prostitution, Gleichberechtigung und Integration, sexuelle und reproduktive Rechte sowie Internationale Zusammenarbeit.

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