• Generika- sowie Wirkstoffhersteller sehen im Lieferengpassgesetz bislang nur Einzelfall-Lösungen, keine Gesamtstrategie.
  • Müller sagt, bei Generika müsse „mehr Geld fließen“.
  • Die Diskussion können Sie auch im Nachgang ansehen unter www.progenerika.de.

Die Maßnahmen, die das Bundesgesundheitsministerium gegen Arzneimittel-Lieferengpässe ergreift, reichen nicht aus, um die Versorgung zu stabilisieren. Das machte Josip Mestrovic, Geschäftsführer Zentiva und Vorstand Pro Generika, beim heutigen „Dialog am Mittag“ klar. „Das ALBVVG hatte ursprünglich eine gute Intention, regelt aber nur 1 Prozent der Arzneimittel. Es gibt eine Sammlung von Einzelfall-Lösungen. Was fehlt, ist eine Gesamtstrategie.“

Vor allem die im neuen Gesetz verankerte sechsmonatige Lagerhaltung sei ein falsches Signal: „Ich stehe vor der Entscheidung: Investiere ich in Maschinen
oder in Lagerhallen. Baue ich eine große Halle, um Arzneimittel zu lagern, dann steht die leer, weil ich nicht in die Maschinen investiert habe, um diese Lager zu füllen. Wir stehen vor der großen Herausforderung, Generika ökonomisch nachhaltig in Deutschland herstellen zu können. 80 Prozent der verordneten Arzneimittel sind generisch. Was wir brauchen sind die richtigen Rahmenbedingungen, um die Bevölkerung mit Arzneimitteln zu versorgen."

Auch Elisabeth Stampa, Geschäftsführerin des spanischen Wirkstoffherstellers Medichem S.A. sowie Präsidentin von Medicines for Europe, machte deutlich, wie hoch der Kostendruck ist, der auf Generika lastet. „Wenn ein Arzneimittel in Deutschland zehn Jahr lang drei Euro kostet, ist unsere Marge längst von der Inflation aufgefressen. Der Preis, den die Hersteller für den Wirkstoff bezahlen können, liegt unter unseren Produktionskosten ", so Stampa.

Thomas Müller, der im Gesundheitsministerium für Arzneimittel zuständige Abteilungsleiter sagte, das Problem sei in der Politik angekommen, sei aber nicht über Nacht zu lösen. Zudem habe man Verantwortung für die finanziellen Ressourcen.  Die Verteilung derselben werde man ausbalancieren. „Mehr Generika-Produktion würde auch in Deutschland funktionieren. Es ist eine Frage des Preises.“ Er glaube, dass man eine finanzielle Ausbalancierung zwischen patentgeschützten Arzneimitteln und Generika hinbekommen müsse. „Bei den Generika wird mehr Geld fließen müssen. Aber wir sind natürlich nicht dafür da, dass alle Generika-Anbieter glücklich sind.“

Mit Blick auf die aktuelle Versorgungslage machte Dr. med. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKj) seinem Ärger Luft: „Die Ausflüchte, dass die Politik kein Geld ausgeben kann, bringen mich auf die Palme“, sagte er. Kinder würden seit Jahren nicht mitgedacht vom System und für ihn ist auch keine Lösung in Sicht. Zu Müller sagte er: „Sie haben als Politik für die Daseinsvorsorge von Kindern Sorge zu tragen. Da darf es keine Ausflüchte geben. Einkaufen ohne Geld geht halt nicht. Kinder haben einen Anspruch auf die bestmögliche Versorgung. Und ich erwarte, dass der Staat das löst.“

Susanne Dolfen, Fachbereichsleiterin Arzneimittel, AOK Sachsen-Anhalt sagte: „Ob das ALBVVG dazu führt, dass wir in Deutschland unser Lieferketten-Problem lösen, das wissen wir nicht. Die Diskussion ist ja nicht neu, wir führen sie intensiv seit mindestens fünf Jahren. Der Gesetzgeber hat über die Jahre an kleineren Stellen interveniert. Das war aber offensichtlich nicht zielführend, sonst wären wir nicht da, wo wir heute sind.“

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