In der Antwort des Beauftragten der VEF am Sitz der Bundesregierung, Konstantin von Abendroth heißt es: „Die VEF wehrt sich gegen den Versuch der AfD, durch vermeintlich gleiche Überzeugungen eine Schnittmenge zwischen AfD und Freikirchen herzustellen. Wenn die AfD Freikirchen ‚fördern‘ will, sagen wir dazu: Unter Religionsfreiheit verstehen wir auch die Freiheit von politischer Einflussnahme. Wir lehnen eine Förderung mit politischen oder ideologischen Erwartungen ab.“
Der Beauftragte der VEF betont weiterhin grundlegende christliche Überzeugungen und grenzt sich zugleich von rassistischen und völkischen Positionen ab. In einer bereits 2024 veröffentlichten Erklärung der VEF heißt es: „Gottes Liebe gilt allen Menschen in unserem Land, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Geschlecht oder Glauben.“ Eine Partei wie die AfD in Sachsen-Anhalt, deren Landesverband vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsradikal“ eingestuft wird, sei mit dieser Haltung nicht vereinbar. Auch beim Thema Kirchenasyl widerspricht die VEF pauschalen Forderungen der AfD. Kirchenasyl werde als „Ultima Ratio“ verstanden und nur in besonderen Härtefällen gewährt, wenn eine erneute Prüfung eines Asylverfahrens notwendig erscheine.
Die vollständigen Antworten finden sich als pdf-Dokument auf der Website der VEF unter: https://www.vef.de/media/pages/erklarungen/b4a1795606-1771598390/antwort-auf-epd-anfrage-11.02.26.pdf
Distanzierung von Aussagen einzelner Gemeindeleiter
Ein weiterer Anlass der Stellungnahme war ein epd-Bericht über eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Dessau-Roßlau, in dem der Leiter der Gemeinde äußerte, dass die AfD die einzige politische Partei sei, die konservative Werte vertrete. Auch eine pfingstlich-charismatische Kirchengemeinde in Dessau-Roßlau äußerte sich positiv zur Kritik der AfD an den großen Kirchen. Als Reaktion wies der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG, umfasst Baptisten- und Brüdergemeinden) darauf hin, dass die genannte Baptistengemeinde in Dessau-Roßlau kein Mitglied im BEFG sei.
Wie die VEF veröffentlichte auch der BEFG eine Stellungnahme. Darin schreibt Pressesprecher Michael Gruber: „Rechtsextreme Parteien können für Christinnen und Christen kein Ort politischer Betätigung sein und sind nicht wählbar … Antisemitismus, Rassismus, Fremden- und Muslimfeindlichkeit sind weit verbreitet, und die Tendenz ist steigend. Das verändert das politische Klima und hat Einfluss darauf, wie wir Demokratie leben. Dabei ist der Rechtsextremismus das größte Problem für unsere Demokratie. Politische Parteien wie die AfD verstärken die Polarisierung in der Gesellschaft. Besonders als Deutsche gilt es, hier aufzumerken und diesen Tendenzen frühzeitig entgegenzuwirken.“
Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt sieht Gruber den Versuch, „die Polarisierung voranzutreiben und einen Keil in die kirchliche Landschaft und die ganze Gesellschaft zu treiben. Dagegen und gegen die Vereinnahmung durch die AfD verwehren wir uns.“ Die Stellungnahme des BEFG ist unter https://www.befg.de/… zu finden
Über die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet und feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen (siehe auch APD-Meldung vom 17. Februar). Sie ist der älteste zwischenkirchliche Zusammenschluss in Deutschland. Ihr gehören dreizehn Mitglieds- und zwei Gastkirchen an, darunter die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung, Rundfunk- und Fernseharbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de
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