Darüber informierte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in einer Pressemitteilung. Der Tagungsband dokumentiert die Ergebnisse eines internationalen Symposiums vom 6. bis 8. März 2025 in Frankfurt am Main sowie einer Tagung im Januar 2025 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen.
Auf der Suche nach einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis
Das erste ökumenische Konzil von Nizäa begann im Jahr 325 und versammelte nach historischen Schätzungen etwa 200 bis 300 Bischöfe. Im Mittelpunkt stand der sogenannte arianische Streit um die Stellung Jesu Christi zu Gott. Ausgelöst worden war die Auseinandersetzung durch den alexandrinischen Presbyter Arius, der die Einzigkeit Gottes betonen wollte und deshalb lehrte, der Sohn sei zwar göttlich, aber nicht von Ewigkeit her wie der Vater. Die Konzilsväter formulierten daraufhin im Glaubensbekenntnis von Nizäa, dass Christus „wesensgleich“ mit dem Vater sei.
Das Konzil von Nizäa prägte mit seinem Glaubensbekenntnis die christlichen Konfessionen nachhaltig und setzte Maßstäbe für kirchliche Entscheidungsprozesse. Zugleich unternahmen die Konzilsväter den Versuch, das Ideal einer geeinten Kirche in Lehre und Praxis zu formulieren.
Inhalte des Tagungsbandes
Der Band „1700 Jahre Konzil von Nizäa. Vom Ereignis zur Rezeption“ greift diese Impulse auf und führt sie in aktuellen ökumenischen Debatten weiter. Die Beiträge gehen auf eine international beachtete Fachtagung in Frankfurt am Main zurück, die vom Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und der Katholischen Akademie Rabanus Maurus – Haus am Dom im Frühjahr 2025 durchgeführt wurde. Die Resonanz sei außergewöhnlich groß gewesen und die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge wurde schon mehrfach nachgefragt. Gleichzeitig werden auch Beiträge einer Tagung vom Januar 2025 in Sankt Georgen dokumentiert. Der im Verlag Herder erschienene Tagungsband richtet sich an Theologie, Kirche und ökumenisch Interessierte und versteht sich als Impulsgeber für aktuelle Verständigungsprozesse.
Der Vorsitzende der ACK, Reverend Christopher Easthill, blickt zurück auf das Jubiläumsjahr des Konzils: „Ich habe 2025 gelernt, wie der Blick auf gemeinsam formulierte Texte verbinden kann – über Jahrhunderte und Konfessionsgrenzen hinweg. Besonders eindrücklich ist für mich nach wie vor die Frage, wie wir Entscheidungen in unseren Kirchen heute treffen, wen wir einbeziehen und wie wir mit denjenigen umgehen, die eine Minderheitenmeinung vertreten.“
Adventisten und das Konzil von Nizäa
In der Novemberausgabe 2025 der Kirchenzeitschrift Adventisten heute erschien unter der Überschrift „Was Christen bis heute verbindet“ ein Artikel von Johannes Naether, Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, zum Konzil von Nizäa (siehe APD-Meldung vom 4. November 2025). Darin fragte er unter anderem: Haben wir in den Kirchen ein Bewusstsein dafür, dass bestimmte Fragen und Glaubensaussagen so wichtig sind, dass sie eindeutig und, wenn möglich, einvernehmlich geklärt werden müssen? Gott als Schöpfer, die Bibel als das Wort Gottes, Gott-Vater, Gott-Sohn, Gott-Heiliger Geist. Nizäa erinnere uns daran, dass es um das Wesentliche im christlichen Glauben geht: das Heil in Jesus Christus. Darin bräuchten wir Klarheit, wenn nötig sogar mit (schmerzhaften) Abgrenzungen. Doch Nizäa gab auch den wichtigen Impuls, dass durch gemeinsames Gespräch, also unter Einbeziehung aller Beteiligten, Unterschiede angesprochen und geklärt werden können, so Naether.
Das Bekenntnis von Nizäa 325
Ich glaube an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt: aus dem Wesen des Vaters,
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater (homoousion to patri);
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist,
Mensch geworden ist,
gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist,
aufgestiegen ist zum Himmel,
kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.
ACK in Deutschland
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) wurde am 10. März 1948 gegründet. Im Jahr 2026 gehören ihr zwanzig Kirchen unterschiedlicher Traditionen an, weitere fünf Kirchen sind Gastmitglieder, darunter die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, und fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, die „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main: www.oekumene-ack.de.
Adventistischer Pressedienst Deutschland APD
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