Die Qualität von Führung ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Denn gute Führung vermag, über das Fachliche und Organisatorische hinaus, Potentiale in Mitarbeitenden zu wecken und Defizite auszugleichen. Sie motiviert, schafft Zusammenhalt und Identifikation. Das alles sind Grundlagen für den Erfolg und ebenso, um Krisen zu bewältigen. Diese Aufgabe ist bereits unter „normalen“ Umständen anspruchsvoll und verlangt Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Doch bedingt durch den demografischen Wandel hat in den deutschen Unternehmen ein Generationenwechsel begonnen. Und damit geht auch in allen Führungsebenen viel Erfahrung in den Ruhestand. Diese Transformation strategisch zu planen und eigene Führungskräfte nachhaltig zu entwickeln, ist für Unternehmen deshalb essentiell.

Was macht Führungsqualität aus und wie kann man sie lernen?

Führung ist ein ebenso komplexes wie vielschichtiges Thema. Vereinfacht gesagt ist Führungsqualität die perfekte Mischung aus Fach- und organisatorischem Wissen, Mut zur Entscheidung, einem strategischen Blick über den eigenen Aufgabenbereich hinaus und die Fähigkeit, ein Team zu formen und dessen Stärken zu nutzen.

Ein eingespieltes und gut aufgestelltes Team kann die Routinen des Unternehmensalltags effizient und weitgehend selbstständig bewältigen. Auf die Führung kommt es dann besonders an, wenn von den gewohnten Routinen abgewichen werden muss. Das kann in einer Krise sein, aber genauso im Rahmen einer beliebigen Transformation.

Führen bedeutet damit, die Möglichkeiten in Veränderungen zu erkennen und seinem Team alles Notwendige zu geben, um diese bestmöglich zu nutzen.

Führen muss man lernen. Auch außerhalb des Unternehmens

Viele Unternehmen investieren beträchtliche Ressourcen in die Ausbildung ihrer Führungskräfte. Klassische Trainingsformate vermitteln zwar wichtige Grundlagen. Doch bei verhaltensbezogenen Kompetenzen wie Selbstführung, Kommunikation oder situativer Führung stoßen sie teils an Grenzen. Ergänzend zu klassischen Formaten braucht es deshalb Lernräume, in denen Führung konkret erlebt und reflektiert werden kann. Auf genau diesen wichtigen Aspekt konzentriert sich die OUTWARD BOUND gGmbH, der weltweit älteste Anbieter für erlebnisorientierte Lernformate in der Natur. Das Unternehmen aus Schwangau im Alpenvorland wurde vor 75 Jahren gegründet, ist in Deutschland und Österreich aktiv und Teil des internationalen OUTWARD BOUND Netzwerks mit Organisationen in über 30 Ländern weltweit. „Führung entwickelt sich selten allein durch Theorie. Sie wächst vor allem dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, mit Unsicherheit umgehen und ihr Handeln reflektieren. Genau dafür schaffen wir in der Natur wirksame Lernräume,“ erläutert Jonas Friesewinkel, Leiter der  Outward Bound Academy. „Wir ermöglichen diese Disruption, in dem wir unsere Seminare in Outdoor-Settings durchführen. Im Outdoor-Setting treten formale Hierarchien häufig stärker in den Hintergrund, während kommunikative, soziale und situative Führungskompetenzen sichtbarer werden. Hier geht es darum, unter realen Bedingungen Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, deren Auswirkungen unmittelbar sichtbar sind. Es ist für Führungskräfte ein Experimentierfeld um auszuprobieren und zu lernen, wie die Dynamik in einem Team funktioniert und zu verstehen, wer welche Rolle hat.“ Das Setting der Seminare für Führungskräfte und die Ausbildung zukünftiger Führungskräfte ist deshalb immer die Natur. In dieser ungewohnten Umgebung – und ohne die gewohnten Tools aus dem Unternehmen – werden hier Gruppen vor Aufgaben gestellt, die sich nur gemeinsam und durch das Ausbrechen aus den gewohnten Denkmustern lösen lassen. „Ein Seminar im Outdoor-Setting schafft damit einen Erfahrungsraum, den es im Unternehmen und dessen Strukturen nicht geben kann. Denn im Unternehmensalltag sind Lernschleifen häufig an Zeit-, Rollen- und Ergebnisdruck gekoppelt. Nachhaltiges Lernen braucht aber geschützte Räume, in denen Ausprobieren, Irritation und Fehlversuche möglich sind. Wir als Leitung greifen dabei deshalb auch nicht von außen ein. Das müssen wir auch nicht. Denn Gruppen entwickeln unter geeigneten Rahmenbedingungen häufig eigene Strukturen, Rollen und Lösungswege. Und das ist ein ganz wesentlicher Lerneffekt,“ fasst Jonas Friesewinkel die Vorteile dieser Art des Führungskräftetrainings zusammen. 

Erfahrungen aus der Natur ins Unternehmen transferieren

Bei allen Lerninhalten ist es immer eine Herausforderung, diese in den Unternehmensalltag zu transferieren. Ein ganz wesentlicher Teil der Trainings bei Outward Bound ist deshalb die Reflexion der Aufgaben und des Agierens der Gruppe. „Unsere Aufgaben sind so konzipiert, dass sie die Teambildung fördern, unabhängig davon, ob eine Aufgabe gemeistert wurde. Unsere Erfahrung ist, dass am Ende eines Trainings durch das gemeinsame Erleben zwischen den Mitgliedern der Gruppe so ein Team-Spirit und Vertrauen bestehen, dass alle offen darüber sprechen können, was gut lief und was nicht so gut,“ erläutert Jonas Friesewinkel. „Und das ist der eigentliche Lerneffekt, der lange nachwirkt: Gewohntes in Frage stellen, Entscheidungen treffen, Kritik annehmen, andere überzeugen.“

Fazit: Leadership-Trainings in der Natur ergänzen die klassische Weiterbildungsformate um einen entscheidenden Faktor: echte Erfahrung. Das erreichen sie, indem sie Führungsverhalten sichtbar machen und die Selbstreflexion fördern. Damit stärken Leadership-Trainings in der Natur genau die Kompetenzen, die moderne Unternehmen heute besonders brauchen – von der Verantwortung über die Zusammenarbeit bis hin zu wirksamer Führung in Zeiten des Wandels.

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