Die Ladenetztochter des Energieversorgers EnBW sieht trotz der Iran-Krise und den gestiegenen Rohölpreisen keinen Grund, die Tarife für Ladestrom zu erhöhen. „Die EnBW betreibt alle ihre Ladepunkte mit 100 Prozent Ökostrom. Für die nächsten Monate sehen wir trotz der nach wie vor dynamischen Situation im Nahen Osten überhaupt keine Notwendigkeit für Preiserhöhungen“, sagt Martin Roemheld, neuer Chef der EnBW mobility+, im Gespräch mit auto motor und sport. „Unsere Tarife bleiben also stabil, was heißt, dass Vielfahrer bei uns schon ab 39 Cent pro Kilowattstunde bei 11,99 Euro monatlicher Grundgebühr laden können.“

Mobility+ will auch weiterhin wie geplant in den Ausbau von Ladeparks investieren und vorhandene Standorte modernisieren. „Unsere ersten Ladepunkte sind bereits zehn Jahre alt und sollen peu à peu umgerüstet werden.“ EnBW will ein dreistufiges Netz entwickeln mit den stärksten Ladesäulen entlang der Autobahnen mit bis zu 400 kW Ladeleistung. „Dann gibt es das sogenannte Retail-Netz, also Ladesäulen an Supermärkten oder Baumärkten. Mit 150 oder 200 kW können die meisten Ladevorgänge damit innerhalb eines Einkaufs abgeschlossen werden“, so Roemheld. „Hinzu werden in Zukunft mehr und mehr City-Hubs kommen, die vor allem Kunden ohne eigene Lademöglichkeit helfen sollen, ihr Auto schnell und günstig aufzuladen. Diese Stationen werden, wie Ladeparks an Autobahnen, die jeweils stärksten Lader bekommen.“

Anstieg der Kabeldiebstähle besonders in NRW, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

Enorm gestiegen sind mit dem Ausbau des Ladenetzes auch die Diebstähle von Kupferkabeln. „Die Zahl der Vorfälle ist seit Sommer 2025 deutlich gestiegen. Stand Ende April 2026 wurden mehr als 1400 Kabel an über 200 Standorten gestohlen“, erklärt Roemheld. „Der Schaden liegt im mittleren einstelligen Millionenbereich. Besonders betroffen sind einzelne Regionen in NRW, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.“

Dabei sei der Schaden durch den Vandalismus deutlich höher als der Wert des gestohlenen Kupfers. „Der Materialwert des Kupfers liegt pro Kabel nur bei etwa 15 bis 30 Euro und ist wirtschaftlich wenig relevant, verursacht aber hohe Folge- und Reparaturkosten.“

Redakteur: Markus Schönfeld

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