Der BKK Dachverband e.V. hat das Centre for Planetary Health Policy (CPHP) mit der Durchführung eines Prozesses zur Entwicklung von Eckpunkten für eine Nachhaltigkeitsstrategie im deutschen Gesundheitswesen beauftragt. In mehreren Strategieforen wurden die wesentlichen Ansatzpunkte erarbeitet und nun in einem Eckpunktepapier zusammengefasst. Dieses wurde am heutigen Mittwoch der Presse vorgestellt. Die gesetzliche Krankenkasse BKK ProVita hat es mitunterzeichnet.

Gesundheitswesen steht vor doppelter Herausforderung

Das Eckpunktepapier zeigt auf, dass das Gesundheitswesen beim Thema Nachhaltigkeit vor einer doppelten Herausforderung steht: Zum einen ist es von den gesundheitlichen Folgen der Klima- und Umweltkrisen betroffen und zum anderen verursacht es selbst relevante Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbräuche. Zugleich erhöhen demografischer Wandel, Fachkräftemangel, steigende Krankheitslast und Kostendruck den Handlungsdruck.

Viele gute Ansätze brauchen verbindenden Rahmen

Walter Redl, Vorstand der BKK ProVita sagt: „Das Eckpunktepapier zeigt: Viele gute Ansätze für Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen sind bereits vorhanden, aber es braucht einen verbindenden strategischen Rahmen mit klaren Zuständigkeiten, belastbaren Daten und verlässlicher Finanzierung. Nur so kann Nachhaltigkeit vom Einzelengagement zur tragfähigen Grundlage für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen werden.“

Inhalte des Eckpunktepapiers

Das Eckpunktepapier fordert solch einen übergeordneten strategischen Rahmen für Nachhaltigkeit im deutschen Gesundheitswesen mit Zielsetzungen, Zuständigkeiten, Steuerung, Finanzierung und Fortschrittsmessung. Es benennt folgende neun prioritäre Handlungsfelder: Rahmenbedingungen für Transformation, Prävention, nachhaltige Versorgungsstrukturen, ambulante Pflege und Versorgung, stationäre Versorgung, emissionsarmes Transportwesen, Arzneimittel, Medizinprodukte und Hilfsmittel entlang des Lebenszyklus, Abfall und Ressourcen sowie Digitalisierung. Das Papier formuliert keinen abschließenden Maßnahmenplan, sondern benennt die wesentlichen Handlungsbedarfe, strukturellen Voraussetzungen und strategischen Leitlinien. Dabei wird Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe verstanden: ökologische Entlastung, Versorgungssicherheit, Gesundheitschancen, Wirtschaftlichkeit und Resilienz sollen zusammen gedacht werden.

BKK ProVita unterstützt Eckpunktepapier

Die BKK ProVita unterstützt den Ansatz, Nachhaltigkeit nicht als Zusatzthema, sondern als Bestandteil eines zukunftsfähigen, präventionsorientierten und resilienten Gesundheitswesens zu verstehen. Sie unterstützt vor allem die Positionen, dass Prävention, Gesundheitsförderung, Health in All Policies (Gesundheit in allen Politikfeldern verankern), Planetary Health (Planetare Gesundheit) sowie die Verbindung von Gesundheitsschutz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit gestärkt und zusammengeführt werden sollen.

Angelica Bergmann, Stabsstelle Nachhaltigkeit bei der BKK ProVita, betont: „Als BKK ProVita unterstützen wir das Eckpunktepapier, weil es Gesundheit, Prävention, Versorgungssicherheit und ökologische Verantwortung konsequent zusammendenkt. Genau darin liegt die Chance, Gesundheitsschutz und Klimaschutz wirksam miteinander zu verbinden.“

Weitere Informationen zum Thema finden Sie beim BKK Dachverband unter https://www.bkk-dachverband.de/nachhaltigkeit/nachhaltige-versorgung-und-praevention/nachhaltigkeit-im-gesundheitswesen-gemeinsam-voranbringen. Hier steht auch das Eckpunktepapier zum Download bereit.

Informationen zur BKK ProVita gibt es unter www.bkk-provita.de.

Zum Hintergrund:

Centre for Planetary Health Policy (CPHP)

Das CPHP ist eine unabhängige Denkfabrik, die zur Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG e.V.) gehört. Das CPHP setzt sich für Gesundheit und Wohlergehen im Rahmen von planetaren Belastungsgrenzen ein. Auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen erarbeitet das CPHP Strate-gien, Handlungsoptionen und Empfehlungen für politische Entscheidungstragende. Durch die Einbeziehung von Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft fördert das CPHP den Dialog und die Zusammenarbeit, um komplexe Herausforderungen zu bewältigen.

BKK Dachverband e.V.

Der BKK Dachverband e.V. ist die gemeinsame Interessenvertretung von 64 Betriebskrankenkassen und ihren vier Landesverbänden auf Bundesebene. Er bündelt Positionen, bringt die BKK-Perspektive in die gesundheitspolitische Debatte ein und vertritt die BKK-Familie gegenüber Politik, Partnern der Selbstverwaltung und Öffentlichkeit. Zugleich unterstützt er die Mitgliedskassen fachlich und strategisch – etwa in Versorgungsgestaltung, Digitalisierung, Prävention und Nachhaltigkeit. Die Betriebskrankenkassen stehen für Nähe zu Arbeitgebern und Versicherten, für effiziente, praxisnahe Versorgungslösungen so-wie für eine ausgeprägte Präventions- und Innovationsorientierung – gerade auch im Bereich Nachhaltigkeit.

Über BKK ProVita

Die BKK ProVita ist eine bundesweit geöffnete Betriebskrankenkasse mit Sitz in Bergkirchen bei München. Sie wurde 1862 gegründet und zählt heute mit rund 120.000 Versicherten zu den 50 größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Ihren Versicherten bietet sie umfassende Leistungen für die Gesundheit. Sie legt Wert auf qualifizierte, persönliche Betreuung und fördert aktiv eine gesunde Lebensweise.

Die Geschäftsstellen der BKK ProVita befinden sich in Ansbach, Augsburg, Bergkirchen, Berlin, Coburg, Deggendorf, Hannover, Ingolstadt, Schwandorf und Wiesbaden.

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