Normalerweise sind Autofahrer recht gut geschützt gegen Sonnenbrand. Denn die energiereichen UV-B-Strahlen, die den Sonnenbrand auslösen, werden durch das Glas weitgehend reflektiert und das Dach ganz abgehalten. Die langwelligen UV-A-Strahlen, die tiefer in die Haut eindringen, können das Autoglas zwar teilweise durchdringen. Aber moderne Sonnenschutzcremes schützen gegen beide UV-Strahlen. Gefährlich ist es für Autofahrer, wenn das Sonnendach geöffnet ist oder wenn man mit dem geöffneten Cabriodach unterwegs ist, warnt der Dermatologe Prof. Thomas Schwarz, früherer Direktor der Uniklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Kiel. „Cabriofahren ohne Sonnenschutz ist einer der effizientesten Wege zu Sonnenbrand.“ Der Fahrtwind nehme das Hitzegefühl, das sonst als Warnsignal wirkt, sich aus der Sonne zu entfernen. Im offenen Auto oder mit offenem Sonnendach fehlt dieser Reflex.

Laut Schwarz gehört im Cabrio eine Kopfbedeckung bei Sonne auf jeden Fall „genauso dazu wie der Sicherheitsgurt“, außerdem sollte man sich großzügig mit Sonnenschutz eincremen. Bei der Kappe sollte man auf eine hohe Webdichte achten. Die Farbe sei egal. Locker gewebte Kappen und Hüte, Mesh-Einsätze und luftige Materialien lassen laut Prof. Schwarz UV-Strahlen durch.

Beim Eincremen rät der Dermatologe zu großzügigen Mengen. Viele Menschen würden viel zu wenig Sonnencreme auftragen. Getestet würden Sonnenschutzprodukte wegen der Vergleichbarkeit mit zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Schwarz rechnet vor: Ein Erwachsener mit rund zwei Quadratmetern Haut bräuchte für eine einmalige Ganzkörperanwendung etwa 40 Gramm Lotion. „So dick cremt sich niemand ein, gerade auch im Gesicht.“ Sein Praxis-Tipp ist: „Wählen Sie ein Sonnenschutzprodukt, das sich kosmetisch angenehm anfühlt. Nur dann wird es großzügig genug aufgetragen.“ Zudem sei Nachcremen sinnvoll – eine erste großzügig bemessene Schicht ersetze dies aber nicht.

Redakteurin: Andrea Weller

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