Mitte Juni vergangenen Jahres war es soweit: Die Photovoltaik-Anlage auf dem Küferei-Gebäude und die neu installierte Anlage auf dem Laubengang zwischen Konventgebäude und Sommerhaus gingen ans Netz. Innerhalb der letzten zwölf Monate wurden damit bis jetzt über 37.000 kWh Strom produziert – und vollständig selbst verbraucht. „Eine wirkliche Erfolgsgeschichte“, meint Bezirkstagspräsident Martin Sailer: „Unser bezirkseigenes Tagungszentrum unterzieht sich seit 2020 einem jährlichen Umwelt-Check. Nach der auch energetisch wirksamen Sanierung des klösterlichen Sommerhauses und des historischen Ateliergebäudes haben sich weitere Einsparpotentiale aufgetan. Die neue PV-Anlagen auf Küferei und Laubengang haben den Strombezug um etwa acht Prozent gesenkt. Solche Investitionen rechnen sich damit nicht nur für die Umwelt, sondern auch wirtschaftlich.“

Das dokumentiert auch die jüngst vorgelegte Treibhausgas-Bilanz von Kloster Irsee. Darin attestiert Robert Immler vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu der Bezirkseinrichtung, dass die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent rückläufig sind und in den Bereichen Arbeitswege, Strom und Gästeverpflegung deutlich gesenkt wurden. So konnten etwa über den Bezug von Ökostrom im Bilanzjahr 2025 134,9 Tonnen Treibhausgas-Emissionen eingespart, durch die zusätzliche Einspeisung von 83.683 kWh Solarstrom aus eigener Erzeugung auf externen Anlagen weitere 57,3 Tonnen externe CO-2-Emissionen vermieden werden. Die von einem Biogasbauern in Irsee-Oggenried eingekaufte Nahwärme für den barocken Campus kann Wärme zudem mit einem deutlich besseren Emissionsfaktor gegenüber dem hauseigenen Blockheizkraftwerk und dem aus Gründen der Versorgungssicherheit betriebenen Gaskessel bereitstellen. „Mit der bereits in Angriff genommenen Optimierung der Wärmeverteilung im gesamten Gebäudekomplex kann der Wärmeverbrauch voraussichtlich noch weiter reduziert werden“, meint Immler.

Werkleiter Dr. Stefan Raueiser mischt ein wenig Wasser in den Wein: „Fakt ist allerdings auch, dass der 2020 im Bündnis Klimaneutrales Allgäu beschlossene Absenkpfad des Hauses verfehlt und um 142 Tonnen an Emissionen überschritten wurde. Wir haben uns deshalb zu neuen Klimaschutz-Investitionen für Kloster Irsee verpflichtet, um weitere Energie-Einsparmaßnahmen im Unternehmen auf den Weg zu bringen bzw. umzusetzen“.

Aus dem Zahlenwerk ergibt sich auch eine regionale Komponente zu Gunsten des Klimafonds Allgäu: Für Emissionen, die extern beim Öko-Erdgas kompensiert wurden, fällt im Rahmen des Bündnisses Klimaneutrales Allgäu ein Betrag von 5,- € je Tonne an, der lokalen Umweltinitiativen zu Gute kommt.

Stefan Raueiser: „Klimaschutz fängt bei uns im eigenen Haus an, wird aber nur im regionalen Verbund wirksam. Wir sind dankbar dafür, das Energie- und Umweltzentrum Allgäu EZA! an unserer Seite zu wissen und uns im Rahmen des Klimabündnisses Allgäu regelmäßig austauschen und wertvolle Fachinformationen erhalten zu können.“

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