Adventistische Kirchenstruktur in China
Die Statistik der adventistischen Kirchenkörperschaft „Chinese Union Mission“ umfasst nicht nur das chinesische Festland, sondern auch Hongkong und Macau. Eine gesonderte, aktuell veröffentlichte Mitgliederzahl ausschließlich für die Volksrepublik China ist in den öffentlich zugänglichen Angaben nicht ausgewiesen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in China tätig. Organisatorische Strukturen wurden 1930 mit der Gründung der „China Division“ geschaffen. Damals zählte die Freikirche 156 Kirchengemeinden mit 9.456 mündig getauften Mitgliedern. Gleichzeitig begann die Bildungsarbeit mit 103 eigenen Schulen in denen 3.325 Schülern und Studenten auf den Sekundarschul- und College-Ebenen unterrichtet wurden.
Für die Zeitspanne von 1950 bis 1986 existieren infolge der damaligen politischen Lage keine offiziellen Mitgliederverzeichnisse bzw. Gemeindelisten. Heute unterhält die adventistische Kirche in Hongkong zwei Krankenhäuser und zwei ambulante medizinische Zentren. Außerdem ist sie Trägerin einer Hochschule (College), einer weiterführenden Schule (Secondary School) sowie eines Theologischen Seminars. In Festlandchina und Macau unterhält die Kirche hingegen keine Bildungseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen. Die ursprünglich adventistischen Einrichtungen dort werden heute nicht mehr adventistisch geführt.
Anders als in den meisten anderen Weltregionen ist die adventistische Kirchenleitung in China nicht einer teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung (Division) zugeordnet, sondern unmittelbar der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Struktur und das Gemeindeleben der Adventisten in China unterscheiden sich von denjenigen in vielen anderen Ländern. Neben den statistisch erfassten Kirchengemeinden gibt es zahlreiche kleine Gruppen und weitere Versammlungsorte, z.B. Hausgemeinden. Aktuelle Angaben zur Zahl der Kirchengemeinden lassen sich daher nicht unmittelbar mit früheren Angaben über mehrere tausend Gemeinden oder Versammlungsorte gleichsetzen.
Staatliche Einschränkungen
Obwohl in China laut Verfassung Religionsfreiheit herrscht, unterliegen religiöse Aktivitäten weiterhin staatlicher Kontrolle. Die rechtliche und tatsächliche Situation unterscheidet sich zudem zwischen staatlich registrierten Gemeinden und unabhängigen beziehungsweise nicht registrierten christlichen Gruppen. Immer wieder werden Gläubige und Geistliche verhaftet, wie aus Berichten von Menschenrechtsorganisationen wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und des christlichen Hilfswerks Open Doors hervorgeht. So wurde eine adventistische Pastorin, die seit fünf Jahren in Haft ist, von der IGFM zur „Gefangenen des Monats Juni 2026“ benannt (siehe APD-Meldung vom 3. Juni). Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 des Hilfswerks Open Doors (siehe APD-Meldung vom 14. Januar) steht China an 17. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Für eine sachgerechte Einordnung der Mitgliederzahlen muss deshalb zwischen der formalen kirchlichen Statistik und der tatsächlichen Zahl aller Menschen unterschieden werden, die sich adventistischen Gottesdiensten oder Gruppen zurechnen. Diese lässt sich nicht feststellen und auch nur schwer schätzen. Dieser Befund gilt auch für viele andere Konfessionen.
Website der adventistischen Kirchenleitung in China: www.chumadventist.org/
Die weltweite Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zählte zum Stichtag 20. Juni 2025 insgesamt 24.051.322mündig getaufte Mitglieder, die sich in 105.447 Kirchengemeinden (Adventgemeinden) versammeln. Weitere Informationen unter www.adventist.org
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