Der Kennwert heißt SAIDI (System Average Interruption Duration Index) und beschreibt die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher innerhalb eines Kalenderjahres. In die Auswertung fließen ungeplante Unterbrechungen ein, die auf Witterung, Einwirkungen Dritter, den Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers oder Rückwirkungsstörungen zurückgehen; Ereignisse höherer Gewalt bleiben außen vor.
Was die Auswertung der Bundesnetzagentur für 2024 im Einzelnen zeigt
Die Zahl der gemeldeten Störungen ist gestiegen, die Ausfalldauer trotzdem gesunken. Nach Angaben der Bundesnetzagentur gingen für 2024 rund 6.300 Störungsmeldungen mehr ein als im Vorjahr, die Unterbrechungen konnten aber schneller behoben werden. Von den 11,68 Minuten des Gesamtwerts entfielen laut der bundesweiten Kennzahlenentwicklung 2,43 Minuten auf die Niederspannung, der Rest auf die Mittelspannung. Der Wert liegt unter dem Zehnjahresmittel von 12,7 Minuten. Die Auswertung umfasst 53,4 Millionen Letztverbraucher in 836 Netzen.
Wo die Stromversorgung 2024 am zuverlässigsten war
Die Spannweite zwischen den Ländern ist größer als die Veränderung im Bundesschnitt. Laut der Ländertabelle der Bundesnetzagentur, Stand 9. Oktober 2025, lag der niedrigste Landeswert 2024 bei 7,32 Minuten in Mecklenburg-Vorpommern, dicht gefolgt von Schleswig-Holstein mit 7,37 und Berlin mit 8,52 Minuten. Am oberen Ende stehen Thüringen mit 17,54 und Brandenburg mit 16,62 Minuten. Zwischen dem besten und dem schlechtesten Wert liegen damit gut zehn Minuten. Die Behörde weist darauf hin, dass ein Landeswert nur näherungsweise dem Bundesland entspricht: Die Daten kommen je Netzbetreiber, und ein länderübergreifendes Netzgebiet wird dem Land des Firmensitzes zugeschlagen. Rheinland-Pfalz verbesserte sich von 19,42 Minuten im Jahr 2023 auf 10,04 Minuten, Bremen verschlechterte sich von 9,39 auf 14,67 Minuten.
Wodurch die Unterbrechungen im Verteilnetz überhaupt entstehen
Die Bundesnetzagentur ordnet jede gemeldete Störung einem Anlass zu. In den Kennwert fließen vier davon ein: atmosphärische Einwirkungen wie Sturm und Blitzschlag, Einwirkungen Dritter, Störungen im Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers sowie Rückwirkungsstörungen aus benachbarten Netzteilen. Ereignisse höherer Gewalt wie Extremwetterlagen zählt die Behörde gesondert. Neben dieser Kennzahl veröffentlicht sie den ASIDI (Average System Interruption Duration Index), der die Unterbrechung je angeschlossener Bemessungsscheinleistung angibt und damit stärker auf gewerbliche Anschlüsse zielt. Für 2024 lag dieser Wert bei 9,24 Minuten.
„Elf Minuten im Jahr klingen nach einem Luxusproblem, und für die meisten Haushalte sind sie das auch. Wer eine Kühlkette, eine Heizungspumpe oder eine Baustelle am Netz hat, rechnet mit dem einen Abend, an dem der Bagger das Kabel trifft“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Worauf es bei einer Ersatzstromversorgung im Herbst 2026 ankommt
Ein Stromerzeuger mit Wechselrichter, im Handel Inverter genannt, erzeugt aus der schwankenden Generatorspannung eine geglättete Wechselspannung und eignet sich deshalb auch für empfindliche Verbraucher. Vier Punkte entscheiden vor dem Kauf, und alle vier hängen an der Frage, was das Gerät im Ernstfall versorgen soll:
- die Summe der Anlaufströme, denn Pumpen und Kompressoren ziehen kurzzeitig ein Vielfaches ihrer Nennleistung
- die Art der Verbraucher, weil Elektronik und Ladegeräte eine saubere Sinusform verlangen
- der Aufstellort, da Verbrennungsmotoren ausschließlich im Freien betrieben werden dürfen
- die Einbindung ins Hausnetz, die nur über eine fachgerechte Umschalteinrichtung erfolgt
Wie eine solche Einspeisung in ein bestehendes Hausnetz technisch aussieht, beschreibt ein Beitrag über die Hauseinspeisung mit einem Inverter-Stromerzeuger. Die Kennzahlen für das Berichtsjahr 2025 veröffentlicht die Bundesnetzagentur üblicherweise im Herbst; im Vorjahr geschah das am 9. Oktober.
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