Die Ausstellung »Während wir warten« entstand im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts mit dem Regionalmuseum und Kulturzentrum Iringa Boma in Tansania. Sie wurde vom Kurator Deonis Mgumba während seines Aufenthalts als Gastwissenschaftler am Landesmuseum Hannover in Zusammenarbeit mit der Kuratorin für Ethnologie, Mareike Späth, entwickelt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Schilde, Speere und weitere Artefakte der Wahehe. Diese wurden im Zuge der Kriege zwischen den Wahehe und den deutschen Kolonialtruppen im damaligen Deutsch-Ostafrika Ende des 19. Jahrhunderts gewaltsam angeeignet und gelangten anschließend unter anderem in die Sammlung des Landesmuseums Hannover.

Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Objekte: von ihrer Bedeutung für die Wahehe-Gesellschaft über ihre Verwendung im Krieg und gewaltsame Aneignung bis zu ihrer heutigen Aufbewahrung im Landesmuseum Hannover und ihrer geplanten Rückkehr nach Iringa. Dabei werden auch Fragen aufgeworfen, welche Stimmen in kolonialen Archiven und Museumssammlungen fehlen und wo die Grenzen des musealen Wissens liegen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem laufenden Restitutionsprozess und der Zusammenarbeit zwischen Hannover und Iringa. Gemeinsame Forschungsaufenthalte, Gespräche und der Austausch zwischen Forschenden, Kurator:innen sowie Vertreter:innen der Wahehe zeigen, dass Rückgabe weit mehr bedeutet als den Transport von Objekten.

Sie eröffnet einen langfristigen Prozess der Neubewertung von Geschichte, Verantwortung und kultureller Zugehörigkeit.

Multimediale Beiträge mit Stimmen aus Iringa ergänzen die ausgestellten Objekte. Zu sehen und hören sind Menschen, die in der Region Iringa ihr Wissen zur Forschung beitragen, sowie Nachkommen des aus der damaligen Provinz Hannover stammenden Kolonialbeamten Rudolf von Bennigsen. Dieser war ab 1893 als Finanzdirektor und stellvertretender Gouverneur in Deutsch-Ostafrika tätig und somit Teil der deutschen Kolonialverwaltung. Sie schildern ihre unterschiedlichen Perspektiven auf die geplante Rückkehr.

Der Titel »Während wir warten« verweist auf den aktuellen Zustand des Projekts: Die beteiligten Institutionen und Forschenden arbeiten weiter an der Aufarbeitung und Vorbereitung der Rückgabe, während die Objekte noch in Hannover auf ihre Reise nach Tansania warten.

Informationen zur Ausstellung

Der Ausstellungsbesuch ist im Museumseintritt inbegriffen.

Begleitprogramm

Während wir warten
Kuratorinnenführung
Fr, 30.10. + 20.11. | 14:30 – 15:30

Als Kriegstrophäen der Widerstandskriege gelangten Schilde der Hehe aus Ostafrika nach Hannover. Die neuen WechselWelten erzählen von diesem Weg und werfen die Frage auf, wo die Schilde in Zukunft sein werden. In der Führung erfahren wir mehr zur aktuellen Forschung und über Restitution.
Kuratorinnenführung durch Mareike Späth.
Treffen im Museumsfoyer | Kostenlos

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Willy-Brandt-Allee 5
30169 Hannover
Telefon: +49 (511) 9807-686
Telefax: +49 (511) 9807-684
http://www.landesmuseum-hannover.de

Ansprechpartner:
Dennis von Wildenradt
Leitung Kommunikation + Kulturvermittlung
Telefon: +49 (511) 9807-626
Fax: +49 (511) 980799-626
E-Mail: dennis.wildenradt@landesmuseum-hannover.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel