Die Zahl der Förderanträge für Einzelmaßnahmen an Gebäuden wächst 2026 zweistellig. Laut der Monatsstatistik des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit Stand vom 18. August 2026 gingen von Januar bis Juli 2026 insgesamt 137.157 Zuschussanträge aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude ein. Im gleichen Zeitraum 2025 zählte das BAFA 122.270 Anträge, ein Zuwachs von 12,2 Prozent. Auf die Gebäudehülle, also Dämmung von Dach, Außenwand und Geschossdecken sowie neue Fenster und Außentüren, entfielen nach Angaben der Behörde 126.816 beantragte Vorhaben, 12,6 Prozent mehr als die 112.584 des Vorjahreszeitraums. Für Eigentümer, die im Herbst 2026 eine Dachsanierung planen, ist die Frage nach dem Zuschuss damit aktueller denn je; das Fachportal der Provimedia GmbH erläutert, welche Zuschussprogramme bei einer Dachsanierung infrage kommen.

Das BAFA zählt in seiner Statistik nicht Gebäude, sondern beantragte Maßnahmen je Verwendungszweck. Ein Antrag kann deshalb mehrere Positionen enthalten, etwa die Dachdämmung und die dazugehörige Fachplanung und Baubegleitung.

Was die Monatszahlen des Bundesamts über den Sanierungsherbst 2026 verraten

Der stärkste Monat des laufenden Jahres war laut BAFA-Statistik der März 2026 mit 23.228 Anträgen. Im Juli 2026 gingen 19.919 Anträge ein, 8,0 Prozent mehr als im Juli 2025 mit 18.441. Zu 118.850 Vorhaben beantragten die Eigentümer von Januar bis Juli 2026 zusätzlich die Förderung von Fachplanung und Baubegleitung. Bei 8.774 Anträgen ging es um Anlagentechnik, bei 5.317 um die Optimierung bestehender Heizungen. Die Gebäudehülle stellte damit rechnerisch 92,5 Prozent aller beantragten Maßnahmen. Das Gesamtjahr 2025 hatte nach der Jahresstatistik des BAFA mit Stand vom 1. Januar 2026 insgesamt 212.182 Anträge gebracht, davon 194.669 für die Gebäudehülle. Allein im Dezember 2025 gingen 24.428 Anträge ein, der höchste Monatswert des Jahres.

Für Dachdeckerbetriebe bedeutet der Jahresendspurt bei den Anträgen, dass die Nachfrage nach Dämmarbeiten in den Wintermonaten nicht abreißt. Wer im Oktober 2026 einen Antrag stellt, reiht sich in eine Welle ein, die 2025 erst im Dezember ihren Höhepunkt erreichte.

Wie der Zuschuss für Dach und Dämmung 2026 berechnet wird

Nach Darstellung des BAFA auf seiner Programmseite gelten für Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle im Herbst 2026 vier Eckwerte:

  • Der Grundfördersatz beträgt 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro brutto.
  • Die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben liegt bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, bei je 15.000 Euro für die zweite bis sechste und bei je 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit.
  • Der Bonus von 5 Prozent für einen individuellen Sanierungsfahrplan wird bei Gebäuden mit einer Wohneinheit erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro gewährt und nur auf den Betrag darüber.
  • Gefördert werden Bestandsgebäude, deren Bauantrag bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt; die Antragstellung erfordert die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten.

Für energetisch besonders schlechte Gebäude, die sogenannten Worst Performing Buildings, kündigt das BAFA auf derselben Seite einen zusätzlichen Bonus für Dämmmaßnahmen an, der voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 gewährt wird und kein Mindestinvestitionsvolumen voraussetzt. Wie dick die Dämmung auf Dach oder oberster Geschossdecke ausfallen sollte, lässt sich vorab mit dem Dämmstärken-Finder für Dach und Geschossdecke des Fachportals abschätzen.

Warum der Dachdeckerverband höhere Fördersätze für die Gebäudehülle fordert

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) hat am 25. August 2026 gefordert, Dämmmaßnahmen an Dach und Fassade in der Förderhöhe dem Einbau von Wärmepumpen gleichzustellen. Die geplante Stärkung der Förderung für energetisch besonders schlechte Gebäude sei ein Schritt in die richtige Richtung, reiche aber nicht aus, erklärte der Verband. Der Heizungstausch erreiche weiterhin deutlich höhere Fördersätze als Arbeiten an Dach und Fassade. Nach Angaben von ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx zählt rund ein Viertel des Gebäudebestands zu den energetisch schlechtesten Gebäuden Deutschlands. Der Verband zitiert dazu ein Szenario des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) und des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu). Laut diesem Szenario kann ein um 18 Prozent geringerer Heizwärmebedarf zusammen mit einem effizienteren Wärmepumpenbetrieb die Heizkosten um bis zu 37 Prozent senken.

„Die Antragszahlen zeigen, dass Eigentümer die Dämmung nicht abwarten, bis die Politik über Fördersätze entschieden hat. Wer ein Dach im Winter 2026/27 neu eindecken lässt, entscheidet in diesem Moment über die Dämmung für die nächsten dreißig Jahre. Den Zuschuss dafür gibt es nur, wenn der Antrag vor dem ersten Handgriff gestellt ist“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wann sich ein Blick auf die nächsten Monatszahlen lohnt

Das BAFA veröffentlicht die Monatsstatistik der Einzelmaßnahmen jeweils in der zweiten Hälfte des Folgemonats; die Werte für August bis Oktober 2026 zeigen damit bis zum Jahresende, ob der Anstieg gegenüber 2025 anhält. Für den angekündigten Bonus für energetisch schlechte Gebäude nennt die Behörde bislang das erste Quartal 2027 als voraussichtlichen Start. Eigentümer eines solchen Gebäudes stehen im Herbst 2026 vor der Abwägung, ob sie die Dachdämmung mit dem heutigen Fördersatz beginnen oder auf den Bonus warten. Für alle anderen gilt: Antrag, Energieeffizienz-Experte und Angebot des Dachdeckerbetriebs müssen vor Baubeginn zusammenpassen.

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