Einige Mineralölkonzerne halten sich nach Recherchen des Analyseteams der Tank-App mehr-tanken der Zeitschrift auto motor und sport weiterhin nicht an das Verbot von Preiserhöhungen nach 12 Uhr. Nach einer Auswertung der ersten sechs Wochen der neuen Regelung, wonach die Preise an den Zapfsäulen nur noch einmal am Tag um 12 Uhr erhöht werden dürfen, gab es dagegen insgesamt 14.340 Verstöße. Die mit Abstand meisten Preiserhöhungen gehen auf das Konto der Marke Esso. „Wir haben allein bei Esso 2772 Verstöße über den Zeitraum vom 1. April bis 11. Mai 2026 festgestellt“, sagt Thomas Ranki-Harloff, Leiter der Digitalredaktion von auto motor und sport. Damit geht fast jede fünfte nicht zulässige Preisanhebung auf das Konto von Esso.

Besonders häufig missachten die neue Regelung zudem die Marken bft (1479 Verstöße), Raiffeisen (1257) und TopTank (613). „Dabei haben wir bei der Auswertung sogar einen Puffer von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr berücksichtigt, da eine High-Noon-Punktlandung technisch bedingt vielleicht nicht immer möglich ist“, so Ranki-Harloff.

Vorbildlich verhält sich dagegen Deutschlands größte Tankstellenkette Aral. „Bei Aral haben wir nur 24 Verstöße festgestellt, damit ist Aral Vorbild in Sachen 12-Uhr-Regel“, so Ranki-Harloff. Fast vorbildlich verhielten sich unter den relevanten Tankstellenmarken (mindestens 500 Stationen deutschlandweit) neben Aral noch Jet (nur 56 Verstöße) und Star (71).

Unerfreulich ist auch die Wirkung des sogenannten Tankrabatts der Bundesregierung, der zeitlich begrenzten Steuersenkung auf Benzin und Diesel um 17 Cent. Einer der Gründe: „Am 30. April 2026, also am Tag vor der Einführung der steuerlichen Erleichterung, gab es besonders viele – mitunter sogar sehr heftige – unzulässige Preiserhöhungen“, so Ranki-Harloff. „Eine anschließende ,Senkung‘ am 1. Mai erfolgte also von dem höheren Niveau aus.“

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