Wenn ein Gebäude brennt, steht am Anfang häufiger die Technik als die Unachtsamkeit. Laut der Ursachenstatistik Brandschäden 2025 des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer führt Elektrizität mit 30 Prozent die Liste an. Menschliches Fehlverhalten folgt mit 22 Prozent, Überhitzung und Brandstiftung liegen bei je neun Prozent. Zugrunde liegt der Erhebungszeitraum 2016 bis 2025. Veröffentlicht wurde die Statistik am 27. April 2026.

Der zweite Platz erklärt den ersten mit

Die beiden vorderen Kategorien lassen sich im Haushalt schwer trennen. Ein Gerät, das Wärme erzeugt und eingeschaltet bleibt, verbindet beide Seiten: die elektrische Energie und den Menschen, der den Raum verlassen hat. Genau dafür haben Hersteller die Abschaltung nach einer Ruhephase eingeführt.

Eine solche Automatik ändert nichts an der Statistik, aber etwas an der Kette dahinter. Wo ein Gerät sich selbst beendet, endet auch der Weg vom vergessenen Handgriff zum Schaden — vorausgesetzt, die Funktion ist vorhanden und nicht abgeschaltet.

„Die zwei größten Posten dieser Statistik sind kein Widerspruch, sie sind dieselbe Geschichte aus zwei Blickwinkeln. Strom liefert die Energie, der Mensch liefert die Gelegenheit“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Was die Statistik ausweist

Nach Angaben des Instituts verteilen sich die untersuchten Brände wie folgt:

  • Elektrizität verursachte 30 Prozent der Brände, menschliches Fehlverhalten 22 Prozent.
  • Auf Überhitzung und auf Brandstiftung entfielen jeweils neun Prozent.
  • Feuergefährliche Arbeiten erreichten drei Prozent.
  • Explosion, Selbstentzündung und offenes Feuer lagen bei je zwei Prozent.
  • Sonstige und unbekannte Ursachen machten 21 Prozent aus.

Zehn Jahre, kaum Bewegung

Bemerkenswert an der Auswertung ist weniger der Spitzenplatz als seine Beständigkeit. Das Institut hält ausdrücklich fest, dass die relative Verteilung der Brandursachen über die Jahre hinweg annähernd stabil bleibt.

Für Haushalte heißt das: Die Risiken haben sich nicht verschoben, sondern nur die Geräte, die sie tragen. Was vor zehn Jahren galt, gilt weiterhin — mit dem Unterschied, dass heute mehr Geräte gleichzeitig am Netz hängen.

Die Statistik bildet nicht das gesamte Schadengeschehen ab

Das Institut weist auf eine Einschränkung hin, die für die Einordnung wichtig ist. Untersucht werden im Wesentlichen Brände mit erheblichen Schäden in und an Gebäuden, und wer die Untersuchung beauftragt, bestimmen die Auftraggeber.

Die Prozentwerte beschreiben damit die Ursachen der untersuchten Fälle, nicht die aller Brände in Deutschland. Für die Rangfolge ändert das wenig, für absolute Schlüsse umso mehr.

Wo Wärme entsteht, ohne dass jemand hinsieht

Im Haushalt fällt die Aufmerksamkeit ungleich aus. Herd und Heizung gelten als Wärmequellen, kleinere Geräte oft nicht — obwohl auch Spielzeug mit Heizfunktion Temperaturen erreicht, bei denen die Auswahl und die Aufsicht zählen.

Woran sich die nächste Ausgabe messen lässt

Die Auswertung betrachtet immer die vergangenen zehn Jahre. Jede neue Ausgabe schiebt das Fenster weiter und lässt damit ein altes Jahr fallen, während ein neues hinzukommt.

Ein gleitender Zehnjahresschnitt reagiert träge. Eine Verschiebung im Verhalten oder in der Gerätelandschaft wird darin erst sichtbar, wenn sie mehrere Jahre angehalten hat — und genau deshalb ist eine stabile Verteilung eine belastbarere Aussage als ein einzelner Jahreswert.

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