Wie sich der Umsatz zwischen Heimtieren und Nutztieren verteilt
Die Mehrheit des Marktes entfällt inzwischen auf Hunde, Katzen und andere Heimtiere. Deren Anteil von 60,6 Prozent spiegelt eine Entwicklung, die auch außerhalb Deutschlands sichtbar ist. Nach Angaben des europäischen Heimtiernahrungsverbands FEDIAF leben in Europa rund 306 Millionen Heimtiere, gehalten von 140 Millionen Haushalten. Das sind 49 Prozent aller Haushalte, gemessen für das Jahr 2024 und veröffentlicht im Juni 2026.
Für Praxen bedeutet die Verschiebung, dass die Zahl der Behandlungen weniger vom Bestand landwirtschaftlicher Betriebe abhängt als von der Bereitschaft privater Halter, Vorsorge und Therapie zu bezahlen.
Welche Segmente 2025 zulegten und welche zurückgingen
Laut dem BfT verteilt sich der Markt auf vier große Bereiche:
- Pharmazeutische Spezialitäten: 485,7 Millionen Euro, ein Plus von 4,9 Prozent.
- Impfstoffe: 264,8 Millionen Euro, ein Plus von 11,3 Prozent.
- Antiparasitika gegen Zecken, Flöhe und Würmer: 199,7 Millionen Euro, ein Plus von 0,3 Prozent.
- Antiinfektiva einschließlich Antibiotika: 147,8 Millionen Euro, ein Minus von 0,5 Prozent.
Der Rückgang bei den Antiinfektiva setzt eine längere Entwicklung fort, in der Tierarztpraxen den Einsatz von Antibiotika enger fassen. Rund um eine solche Behandlung stellt sich regelmäßig die Frage nach der Verdauung, die ein Ratgeber zum Aufbau der Darmflora bei Katzen mit Hinweisen zu Präparaten und Anwendungsdauer behandelt.
Was der Zuwachs bei Impfstoffen über die Vorsorge aussagt
Impfstoffe wuchsen 2025 laut der Marktschätzung mit 11,3 Prozent mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt. Ein solcher Zuwachs entsteht nicht durch höhere Preise allein, sondern durch mehr Termine, bei denen geimpft wird.
Auffällig sind daneben zwei kleinere Bereiche: Laut dem BfT legte die Dermatologie um 8,0 Prozent auf 65,4 Millionen Euro zu, Herz-Kreislauf-Präparate um 8,2 Prozent auf 37,4 Millionen Euro. Beide Felder betreffen überwiegend ältere Hunde und Katzen und wachsen damit mit der Altersstruktur der gehaltenen Tiere.
Wo ergänzende Produkte an ihre Grenze kommen
Laut dem BfT erreichte die Schmerzbehandlung 2025 einen Umsatz von 129,1 Millionen Euro, ein Plus von 4,3 Prozent. Dahinter stehen chronische Beschwerden, die über Monate begleitet werden. Ein Ergänzungsfuttermittel kann eine solche Behandlung begleiten, ersetzt aber weder die Diagnose noch die Therapie in der Tierarztpraxis, denn es ist kein Arzneimittel.
„Ein wachsender Markt für Vorsorge ist eine gute Nachricht, solange die Reihenfolge stimmt: erst die Untersuchung, dann das Präparat. Umgekehrt wird aus einer Ergänzung eine Verzögerung“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
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