Desinformationen und Fake News sind kein neues Phänomen. Schon immer war die Versuchung groß, gezielt Falschmeldungen zu streuen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Allerdings haben neue Medien und spezialisierte Agenturen zu einer schnelleren, umfassenderen und vor allem zielgenaueren Verbreitung beigetragen – und viele Gesellschaften weltweit in kürzester Zeit ins postfaktische Zeitalter katapultiert. Als aktuellstes Beispiel hat die Corona-Krise eine Welle von Verschwörungsnarrativen ausgelöst, die zunehmend von extrem rechten Kräften instrumentalisiert wird.

In Lateinamerika gewannen Politiker wie Bolsonaro in Brasilien oder Bukele in El Salvador die Präsidentschaftswahlen nicht zuletzt mit ihrer rabiaten Abgrenzung vom vermeintlichen "Establishment", die sie auch im Amt rücksichtslos weitertreiben – mit gezielten Desinformationskampagnen und konsequenter Wissenschaftsleugnung. Bewusst polarisieren und spalten sie die Gesellschaft, erschüttern systematisch das Vertrauen in die staatlichen Institutionen und sichern sich so mit allen Mitteln ihre Macht. Sie und weitere Akteure vornehmlich des rechtskonservativen Spektrums in anderen Ländern des Kontinentes wie Argentinien, Chile oder Kolumbien haben sich damit -nicht zufällig- methodisch wie inhaltlich die erfolgreichen Strategien und Instrumente des scheidenden US-Präsidenten angeeignet.

Doch nicht nur die Politik weiß sich solcher Desinformationsstrategien zu bedienen. Auch andere Interessengruppen, z.B. aus dem fundamentalistisch-religiösen Spektrum, Klimaleugner/innen und Menschen mit sexistischen, homophoben und rassistischen Ansichten nutzen diese Mechanismen. Doch auch Schweigen kann ein Mittel der Desinformation sein, trägt es doch zur gesellschaftlichen Normalisierung von Unrecht bei, wie z.B. im Umgang mit Gewalt gegen Frauen.

Unsere Autorinnen aus Lateinamerika beschreiben, wie die vielfältigen Mechanismen der Desinformation funktionieren, welche Folgen für die Gesellschaft und Demokratie zu beobachten sind und zeigen Gegenmaßnahmen auf.

Mit Beiträgen von: Beatriz Busaniche, Argentinien, Martha A. Tudón Maldonado, Mexiko, Tatiana Roque, Brasilien, Laura Aguirre, El Salvador, Diana Salinas, Kolumbien, Daniela Mendoza, Mexiko, Jamila Venturini und Joyce Souza, Brasilien.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Schumannstraße 8
10117 Berlin
Telefon: +49 (30) 28534-0
Telefax: +49 (30) 28534-109
http://www.boell.de

Ansprechpartner:
Michael Alverez
Presse
Telefon: +49 (30) 28534-202
E-Mail: alvarez@boell.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel