Auch ohne die derzeitig extrem angespannte Lage durch die Corona-Krise gehören Gesundheitsberufe zu den Tätigkeiten mit sehr hohen Arbeitsbelastungen. Der Beruf des Chirurgen reiht sich hier durchaus ein, nur wurde er in dem Kontext noch nicht genauer untersucht. Diese Forschungslücke schließt nun eine Arbeit in der Springer Medizin Fachzeitschrift Der Chirurg. Für seine Querschnittsstudie Psychische Belastungen, Ressourcen und Wohlbefinden von Chirurgen in Deutschland wird der Autor Marcel Kern mit dem diesjährigen Julius-Springer-Preis für Chirurgie ausgezeichnet. Damit erhält erstmalig ein Psychologe den Preis, der bislang ausschließlich Medizinern vorbehalten blieb.  

In den USA spricht die Fachwelt schon längst von einer Burn-out-Pandemie bei Chirurgen – mit der Tendenz steigender Fallzahlen. Laut einer Hochrechnung des Reports des Institute of Medicine „To Err is Human“ soll es in den USA jährlich zwischen 44.000 und 98.000 Sterbefällen kommen, bedingt durch medizinische Fehler. Diese Ausgangssituation nahm der Psychologe Dr. Marcel Kern zum Anlass, die psychischen Belastungen von Chirurgen in Deutschland zu analysieren und mit den durchschnittlichen Belastungen von deutschen Arbeitsplätzen zu vergleichen. Seine Studie analysiert dabei auch, inwieweit sich am Arbeitsplatz Stressoren, Handlungsspielraum sowie psychisches Befinden in den einzelnen hierarchischen Positionen und der Art der Einrichtungen unterscheiden. In seiner Untersuchung kam Kern zu dem Schluss, dass der Chirurg in Deutschland in hohen Maß einer Burn-out-Gefährdung ausgesetzt ist, insbesondere als Assistenz- und Facharzt in großen Krankenhäusern. Der Psychologe fordert daher dringend, dass es ein Maßnahmenpaket von verschiedenen Akteuren im deutschen Gesundheitswesen geben muss, um einen weiterhin hohen Qualitätsanspruch zu garantieren.

Die ausgezeichnete Arbeit wurde in der Springer Medizin Fachzeitschrift Der Chirurg 7 | 2019 veröffentlicht. Mit der 3.000 € dotierten Auszeichnung würdigt die Fachverlagsgruppe jedes Jahr die beste Übersichts- oder Originalarbeit, die im Vorjahr in der Fachzeitschrift erschienen ist.

Dr. Marcel Kern
ist promovierter Psychologe mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie. Seine Promotion schrieb er über die positiven Auswirkungen von Stress am Arbeitsplatz. Seit 2013 ist er an der Goethe-Universität Frankfurt tätig, zunächst als Hilfskraft, seit 2014 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie des Instituts für Psychologie. Kern verweist auf mehrjährige Erfahrung in der Personalberatung. Freiberuflich ist er ebenfalls tätig in den Bereichen Personalauswahl und Personalentwicklung mit dem Fokus Eignungsdiagnostik, Moderation von Workshops sowie Durchführung von Mitarbeiterbefragungen und Gefährdungsanalysen.

Interessierten kann der Volltext: Psychische Belastungen, Ressourcen und Wohlbefinden von Chirurgen in Deutschland. Eine Querschnittsstudie, erschienen in Der Chirurg 7 | 2019, pp 576–584 zur Verfügung gestellt werden.

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