Im fünften Jahr des Klimavertrags von Paris erklären immer mehr Länder, zwischen 2030 und 2060 klimaneutral werden zu wollen. Doch damit folgen auf die großen Versprechen von Paris zunächst bloße weitere Versprechungen – während der Klimaschutz im Alltag oft auf der Strecke bleibt.

Jede*r findet andere Gründe, warum Klimaschutz besonders schwerfällt. „Klimaschutz ist heute Mainstream, aber er schafft es oft nicht von der Sonntagsrede in den Werktag“, kritisiert Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, dem Verband der nachhaltigen Wirtschaft in Deutschland.

Unsere TOP 5 der falschen Klimaversprechen und Klima-Widersprüche weltweit:

DEUTSCHLAND: Im Land des selbst ernannten Klimavorreiter*innen ist der Ausbau der erneuerbaren Energien abgestürzt. Wurden Mitte der 2010er Jahre jährlich noch 4000 bis 5000 Megawatt Windenergie zugebaut, ging der Wert zuletzt auf rund 1000 Megawatt zurück. Für Photovoltaik halten Fraunhofer-Forscher*innen einen jährlichen Zubau von mindestens 15.000 Megawatt für geboten, wenn Deutschland seine Klimaziele 2050 erreichen will. Die Erneuerbaren werden nicht ausgebaut. Und gleichzeitig geht der Energieverbrauch in den Bereichen Verkehr und Gebäude nicht signifikant zurück.

CHINA: Während China angekündigt hat, bis „spätestens 2060“ klimaneutral zu sein, schießen dort die Kohlemeiler wie Pilze aus dem Boden. Nach Medienberichten wurden auch im ersten Halbjahr 2020 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 17.000 Megawatt neu genehmigt. Der „Global Coal Plant Tracker“ analysiert, dass weitere 250.000 Megawatt in Bau oder Planung sind. Das sind mehr Kohlekraftwerke, als 2020 laut einer Analyse von Energy Brainpool in der gesamten EU in Betrieb waren.

NORWEGEN: Das Land hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt (-55% bis 2030 ggü. 1990) und tritt weltweit für Klimaschutz ein. Gleichzeitig fördert und verkauft Norwegen täglich 173.000 Barrel Rohöl. Daraus entstehen beim Verbrauch gut 20 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Das entspricht etwa zwei Drittel der CO2-Emissionen der Norweger*innen (33,6 Mio. Tonnen 2019). Dazu kommen die Emissionen aus dem norwegischen Gasexport. Wenn das Land „Klimaneutralität“ anstrebt, dann sind Öl- und Gasexporte nicht mit eingerechnet.

EUROPÄISCHE UNION: Die EU hat sich ein ambitioniertes Klimaziel für 2030 gesetzt (- 55 % CO2 Emissionen ggü. 1990) und will 2050 klimaneutral sein. Aber die dringend nötige Agrarwende findet nicht statt – der Großteil der EU-Subventionen bleiben Direktzahlungen auf Basis der Flächengröße der Betriebe und fließen ohne Umweltauflagen. Da der Agrarhaushalt rund 50% des EU-Haushalts ausmacht, ist es besonders fatal, dass die neue „Gemeinsame Agrarpolitik“ dem Green Deal der EU widerspricht. Hier besteht akuter Anpassungsbedarf!

DIE FLEISCH-KONSUMENT*INNEN: Menschen weltweit wollen den Klimawandel stoppen – und treiben gleichzeitig mit immer höherem Fleischverzehr die CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft nach oben. Laut FAO verursacht die Viehwirtschaft 18 % der weltweiten Klimagase – das ist mehr als alle Autos, Schiffe und Flugzeuge zusammen. Andere Organisationen beziehen auch Aquakulturen und Fleisch-Verarbeitung mit ein und kommen auf 51 %. Die Aussichten für Tier und Klima sind düster: von 324 Millionen Tonnen Fleischverzehr im Jahr 2018 rechnet die FAO mit einem Anstieg auf über 360 Millionen Tonnen bis 2028.

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