Zum „Tag des Artenschutzes“ am 3. März mahnt der NABU Berlin, dem dramatischen Rückgang der Amphibien in der Hauptstadt endlich wirksam zu begegnen. Wie in vielen Regionen der Erde werden Frösche, Kröten und Molche auch in Berlin immer seltener. Im benachbarten Brandenburg gingen die Bestände in den letzten drei Jahren mancherorts sogar um 80 Prozent zurück.

„Derzeit stellen wir gerade an mehreren Berliner Laichgewässern Amphibienschutzzäune auf, damit wandernden Kröten nicht beim Überqueren von Straßen überfahren werden“, sagt Ansgar Poloczek, Artenschutzreferent des NABU Berlin. „Wir merken jedoch, dass sich von Jahr zu Jahr weniger Amphibien an den Zäunen sammeln.“ Am Körnerteich in Mahlsdorf wurden im Jahr 2006 noch fast 2.000 Erdkröten von Naturschützern geborgen und sicher über die Straße gebracht. Im letzten Jahr waren es nur noch gut 270 Tiere.

Keine Rücksicht auf seltene Kröten

Ein Hauptgrund für den Rückgang ist die Trockenheit der letzten Jahre. Doch auch der Verlust von Lebensräumen spielt eine wichtige Rolle. „Angesichts der Bestandseinbrüche ist es ein Skandal, wie leichtfertig Berlin mit wichtigen Amphibienhabitaten umgeht“, sagt Poloczek.

Ein aktuelles Beispiel sind die derzeitigen Planungen für das Neubauquartier am „Pankower Tor“, wo keine Rücksicht auf das einzige und überregional bedeutende Berliner Vorkommen der extrem seltenen Kreuzkröte (Epidalea calamita) genommen wird. Die natürlichen Lebensräume der Kreuzkröte in sandigen Fluss- und Bachauen sind durch Gewässerverbauungen weitgehend verschwunden. Die Art kommt deshalb heute hauptsächlich in menschengemachten Sekundärlebensräumen vor – wie auf der Brache am „Pankower Tor“. „Wir haben die ursprünglichen Habitate der Kreuzkröte vernichtet“, sagt Poloczek, „nun tragen wir, das heißt in diesem Fall Berlin, die Verantwortung, ihnen gewissermaßen in der Stadt Asyl zu gewähren.“

Raubbau an den Mooren

Ein weiteres Beispiel für den rücksichtslosen Umgang Berlins mit seinen Amphibien ist der Raubbau am Grundwasser. Seit Jahren fördern Berliner Wasserwerke, die meisten davon ohne gültige Genehmigung, zu viel Trinkwasser in der Nähe von Mooren und Feuchtgebieten, so dass diese wichtigen Lebensräume austrocknen. „Berlin muss endlich ernst mit dem Schutz der Amphibien machen“, sagt Poloczek, „sonst werden Kinder Frösche und Kröten bald nur noch aus Bilderbüchern kennen.“

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Der NABU Berlin (Naturschutzbund Landesverband Berlin e.V.) ist ein Mitgliederverband. Über 19.000 Naturschützer*innen unterstützen die Arbeit des NABU Berlin, viele von ihnen engagieren sich in den zehn Bezirks- und acht Fachgruppen für den Erhalt der Natur und eine lebenswerte Umwelt. Weitere Informationen über den NABU Berlin finden Sie unter https://berlin.nabu.de.

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