Der NABU Hamburg unterstützt die Initiative von Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz, ausgewählte Bereiche des Bezirks Nord von autogerechten zu fußgängergerechten Quartieren zu entwickeln. Der NABU ist nicht per se gegen das Auto als Fortbewegungsmittel, setzt sich aber grundsätzlich für eine deutliche Reduzierung von Privatfahrzeugen vor allem innerhalb des Ring 2 ein. Aktuelle Carsharing- und Ridepooling-Angebote müssten salonfähiger und deren Parkmöglichkeiten in der inneren Stadt bevorzugt eingerichtet werden. „Vor allem Privatfahrzeuge sind in Wahrheit Stehzeuge, die 95 Prozent des Tages ungenutzt und zumeist kostenfrei den öffentlichen Raum blockieren. Das ist nicht nur sozial ungerecht sondern ökologisch kurzsichtig“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Landesverbandes Hamburg.

Nur etwa die Hälfte der Hamburger Haushalte besitzt ein Auto. Trotzdem müssten sie akzeptieren, dass auch ihr öffentlicher Raum durch private Fahrzeuge massiv eingeschränkt wird. Nebeneinander geparkt beanspruchen alle in Hamburg angemeldeten rund 800 000 PKW eine Fläche, die rund sechs Mal so groß ist wie die Außenalster. „Es ist wirklich absurd, dass wir uns in einer Stadt, in der latent über Räume für Stadtentwicklung, Fahrradverkehr oder Freizeit gestritten wird, eine derartige Vergeudung von wertvoller Fläche durch die Anhäufung von Blech leisten“, so Siegert.

Nur eine geringe Anzahl Fahrzeuge steht dabei auf privatem Boden oder in privaten Tiefgaragen. Insofern müsste der öffentliche Raum nach Ansicht des NABU deutlich teurer vermietet werden. Das gelte in der inneren Stadt sowohl für eine spürbare Anhebung der Kosten des Parkraums auf Straßen und in Parkhäusern, als auch in Wohnquartieren. Dort müsse nach Auffassung des NABU das Anwohnerparken flächendeckend ausgeweitet und auch deutlich verteuert werden. Denn nur ein wachsendes Missverhältnis zwischen laufenden Kosten und tatsächlicher Nutzung führe zu einer Veränderung des Verhaltens hin zur Nutzung des ÖPNV oder von Sharing-Angeboten. „Die zusätzlichen Mehreinnahmen können in den kontinuierlichen Ausbau von attraktiven Alternativen zum privaten Auto gesteckt werden“, sagt Jonas Voß, Referent für Umweltpolitik beim NABU Hamburg.

Zudem kann ein Teil des freiwerden Verkehrsraumes begrünt werden, um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu steigern. Positive Effekte für die Natur gibt es dabei ebenfalls: Denn auch kleine grüne Inseln können sich zu Hotspots innerstädtischer Artenvielfalt entwickeln. Kleine Blühstreifen locken mehr Insekten, die wiederum die Nahrungsgrundlage für Stadtvögel sind. Die Öffentlichkeit beklagt zwar die Abnahme von Allerweltsvogelarten wie dem Sperling, Politik und Verwaltung tuen aber andererseits nicht das Naheliegende. Stadtgrün ist zudem nicht nur sinnvoll für die Artenvielfalt, sondern ebenfalls für die Kühlung der Stadt. Angesichts zunehmender Temperaturen im Sommer wirkt sich jede kleine Fläche positiv auf das Mikroklima aus. 

Hintergrund:

In Hamburg sind im Jahr 2020 insgesamt 804.196 PKW gemeldet. Pro Auto werden 11m² (Park-)Platz in Anspruch genommen. Das ergibt also zusammen 884 Hektar bzw. 8,84 km². Die Außenalster ist 160 Hektar bzw. 1,6 km² groß.

Das heißt: Allein alle in Hamburg gemeldeten PKW, die nebeneinander geparkt werden, nehmen eine Fläche ein, die 5,5-mal so groß ist, wie die Außenalster.

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