Nicht nur bei schwerwiegenden Erkrankungen wollen Patient:innen und Versicherte verstehen, was mit ihnen passiert. Insgesamt wird das Gesundheitssystem komplexer und der Informationsbedarf stetig größer. Aus diesem Grund haben die Innungskrankenkassen in ihrem Positionspapier zur Bundestagswahl das Themenfeld „Patienten und Versicherte“ an den Anfang ihrer Anforderungen an eine zukunftsgewandte und krisenfeste Gesundheitspolitik gesetzt. Sie stellen primär vier Forderungen an die künftige Gesundheitspolitik:

Erstens müssen das Thema Gesundheitskompetenz („Healthy literacy“) als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verankert werden. „Patienten und Versicherte wollen verstehen, was mit ihrer Gesundheit passiert. Sie wollen aktiv und kompetent in Entscheidungen zum Behandlungsverlauf und Genesungsmöglichkeiten eingebunden sein“, sagt Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. „Nur so kann Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gefördert werden.“ Er verweist hier beispielhaft auf das PIKKO-Projekt, einem innovativen saarländischen Gemeinschaftsprojekt, an dem die IKK Südwest beteiligt ist. 720.000 Patient: innen mit chronischen Erkrankungen sind in Deutschland laut einschlägigen Studien auf Unterstützung beim Management ihrer medizinischen Versorgung angewiesen. Unter anderem unterstützt das Projekt, das aus dem Innovationsfonds gefördert wird, hier mit der Bereitstellung von Patientenlotsen bei chronischen Erkrankungen.

Um die Versorgung der Patient:innen effektiver zu gestalten und zu steuern, fordern die Innungskrankenkassen des Weiteren den Austausch von Daten zwischen Versicherten, Krankenkassen und Leistungserbringern. „Je mehr Informationen die Beteiligten untereinander austauschen, umso zielgerichteter, aber auch individueller können die Therapien und Hilfsangebote sein“, erklärt Hans Peter Wollseifer, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. Er betont: „Dabei muss die sichere Handhabung der sensiblen Daten selbstverständlich garantiert werden.“ Zurzeit ist es den Kassen auch nach Einwilligung ihrer Versicherten nicht möglich, die vorhandenen Daten zum Zweck der Versorgungssteuerung zu nutzen. 

Eine weitere Forderung des IKK-Systems ist, Qualitätskriterien und Qualitätssicherungsverfahren sektorenübergreifend zu vereinheitlichen. Dabei geht es den Innungskrankenkassen darum, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.

Nicht zuletzt sollen Versicherte die Möglichkeit erhalten, sich über geeignete Parameter ein Bild von der Qualität der Arbeit ihrer Krankenkasse zu machen. „Wir fordern klar eine Initiative für mehr Qualitäts-Transparenz unter den Kassen!“, konstatieren Müller und Wollseifer. „Versicherte haben das Recht zu erfahren, wie ihre Kasse nicht nur bei den Beiträgen, sondern auch bei der Bewilligung von Leistungen abschneidet.“ Dies fördere den Qualitätswettbewerb unter den Kassen und hätte somit langfristig positiven, nachhaltigen Einfluss auf ein qualitätsorientiertes, nachhaltiges und finanzierbares Gesundheitssystem, so die Vorstände des IKK e.V.

Über den IKK e.V.

Der IKK e.V. ist die Interessenvertretung von Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, die Interessen seiner Mitglieder und deren 5,2 Millionen Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten. Dem IKK e.V. gehören die BIG direkt gesund, die IKK Brandenburg und Berlin, die IKK classic, die IKK – Die Innovationskasse, die IKK gesund plus sowie die IKK Südwest an.

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