Die Europäische Union muss endlich Anlanden und Verkauf des stark überfischten Kurzflossen-Makohais verbieten, der als ‚Beifang‘ im Nordatlantik gefischt wird – oder sie riskiert dessen Ausrottung, warnen die Artenschutzorganisationen Pro Wildlife, Humane Society International und Sharkproject. Während Wissenschaftler, Meeresschutzorganisationen und die EU-Artenschutzbehörden ein komplettes Anlandeverbot empfehlen, beharrt die Fischereiabteilung der EU (DG Mare) noch immer auf einer Fangquote von 500 Tonnen für den Nordatlantik. Nach einer virtuellen Diskussionsrunde – veranstaltet vom portugiesischen EU-Parlamentarier Francisco Guerreiro (Grüne/Europäische Freie Allianz) – zeigten sich die drei Organisationen enttäuscht vom Unwillen EU, die wissenschaftliche Empfehlung über die Interessen der Fischereiindustrie zu stellen:

Dr. Ralf Sonntag, Meeresexperte von Pro Wildlife, kritisiert: "Es ist fünf vor 12 für den Mako, die EU muss jetzt handeln, sonst riskiert sie den weiteren Rückgang einer jetzt schon stark gefährdeten Raubfischart, die für gesunde Meere essenziell ist. Die Wissenschaft ist eindeutig – nur mit einem sofortigen Fang- und Anlandestopp im Nordatlantik kann erreicht werden, dass diese Tiere ihre zentrale Rolle im Ökosystem der Hochsee weiter erfüllen können. Im Südatlantik sind die Bestände noch nicht so stark betroffen, aber die Gefahr ist, dass die negative Entwicklung nur zeitversetzt abläuft, da auch dort seit Jahren überfischt wird."

Dr. Jo Swabe, Senior Director für Öffentliche Angelegenheiten für HSI Europe, ergänzt: "Wenn Fischerboote weiterhin gefährdete Mako-Haie als Beifang verkaufen dürfen, fehlt jeglicher Anreiz, diesen Beifang überhaupt zu vermeiden. Die Position der DG MARE ist nicht nur kontraproduktiv, sondern sie untergräbt auch die EU-Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, die eine verbindliche politische Verpflichtung auch zum Schutz mariner Arten darstellt. Wenn die EU ihre weltweite Führungsrolle im Bereich des Schutzes der biologischen Vielfalt unter Beweis stellen will, muss sie die Kohärenz ihrer Politik sicherstellen. Sie kann nicht ‚Business as Usual‘ betreiben und wissenschaftliche Ratschläge ignorieren, wenn Arten vom Aussterben bedroht sind."

Dr. Iris Ziegler, Leiterin für internationale Zusammenarbeit bei Sharkproject warnt: "Selbst bei einem kompletten Fangstopp wird es wahrscheinlich 50 Jahre dauern, bis sich die überfischten Bestände vom Raubbau erholt haben. Makohaie sind hochentwickelt, sie pflanzen sich erst spät und nur sehr langsam fort, wodurch sie besonders anfällig für Überfischung sind. Für die Fischer sind sie aber ein begehrter Beifang, da sowohl ihr Fleisch als auch ihre Flossen hohe Preise erzielen. Deswegen ist die Fischerei gegen ein Anlandungsverbot, denn für die Industrie stehen wirtschaftliche Interessen leider vor dem Artenschutz."

Vom 6. bis 8. Juli 2021 findet die Vorbereitungssitzung der internationalen Kommission zum Schutz von Thunfischen im Atlantik (ICCAT) statt, die auch für die nachhaltige Bewirtschaftung von Haien im Atlantik verantwortlich ist. Seit mehreren Jahren hat Brüssel die Vorschläge von Kanada, dem Senegal und anderen Mitgliedsstaaten für ein striktes Anlandungsverbot von Makos aus dem Nordatlantik blockiert. Dabei ignoriert die EU die eindeutige Empfehlung des ICCAT-Wissenschaftsausschusses, der angesichts der starken Gefährdungslage bereits seit 2017 ein absolutes Anlandungsverbot vorschlägt.

Am 14. Mai ist die Deadline, bis zu der die EU und andere ICCAT-Mitglieder ihre Vorschläge für das ICCAT-Treffen im Juli einreichen müssen.

Hintergrundinfos:

  • Kurzflossen-Makohaie sind weltweit stark gefährdet und im Mittelmeer sogar akut vom Aussterben bedroht. 
  • Auf Grund ihrer Bedrohung wurden Makohaie 2019 beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) auf Anhang II gelistet. 
  • Seither sind der internationale Handel und die Einfuhr aus internationalen Gewässern nur erlaubt, wenn der Nachweis erbracht wird, dass dies nachhaltig geschieht. 
  • Im Dezember 2020 befanden die CITES-Wissenschaftsbehörden der EU, dass eine Unbedenklichkeit für den Mako aus dem Nordatlantik nicht vorliegt und deshalb keine Einfuhren in die EU genehmigt werden können. 
  • Spanien und Portugal, die Hauptfischfangnationen der EU, haben daraufhin die Anlandungen von Makohaien von der Hochsee untersagt, Spanien sogar aus nationalen Gewässern. Dennoch schlägt die Fischereiabteilung der EU für das kommende ICCAT-Treffen noch immer eine Anlandequote von 288 Tonnen vor – allein für die EU-Flotte. 
  • Makos sind weltweit die schnellsten Haie der Hochsee. Als sogenannte Top-Predatoren spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem der Meere insbesondere im Erhalt der Biodiversität. Ihr Verschwinden wird massive Folgen nach sich ziehen – nicht nur für den Atlantik.
Über SHARKPROJECT

Kurzflossen-Makohaie sind weltweit stark gefährdet und im Mittelmeer sogar akut vom Aussterben bedroht.

Auf Grund ihrer Bedrohung wurden Makohaie 2019 beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) auf Anhang II gelistet.

Seither sind der internationale Handel und die Einfuhr aus internationalen Gewässern nur erlaubt, wenn der Nachweis erbracht wird, dass dies nachhaltig geschieht.

Im Dezember 2020 befanden die CITES-Wissenschaftsbehörden der EU, dass eine Unbedenklichkeit für den Mako aus dem Nordatlantik nicht vorliegt und deshalb keine Einfuhren in die EU genehmigt werden können.

Spanien und Portugal, die Hauptfischfangnationen der EU, haben daraufhin die Anlandungen von Makohaien von der Hochsee untersagt, Spanien sogar aus nationalen Gewässern. Dennoch schlägt die Fischereiabteilung der EU für das kommende ICCAT-Treffen noch immer eine Anlandequote von 288 Tonnen vor – allein für die EU-Flotte.

Makos sind weltweit die schnellsten Haie der Hochsee. Als sogenannte Top-Predatoren spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem der Meere insbesondere im Erhalt der Biodiversität. Ihr Verschwinden wird massive Folgen nach sich ziehen – nicht nur für den Atlantik.

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