Wirtschaftliche Lage
Ministerialrat Klaus Fingerhut zeichnete in seinem Grußwort ein nüchternes Bild der wirtschaftlichen Ausgangslage. Nach drei Jahren ohne Wachstum und angesichts des kriegerischen Konflikts im Nahen Osten, der zu Engpässen und Preisanstiegen bei Energie und Rohstoffen geführt habe, rechne der Bund in seiner Frühjahrsprognose für 2026 nur noch mit einem BIP-Zuwachs von 0,5 Prozent. Für 2027 werde ein Anstieg von 0,9 Prozent erwartet. Die Inflationsrate dürfte 2026 bei 2,7 Prozent liegen.
Auch das Handwerk spüre die Eintrübung deutlich, so Fingerhut. Handwerk BW melde den schwächsten Jahresauftakt seit Corona, die erhoffte Frühjahrsbelebung sei ausgeblieben. Zugleich verwies Fingerhut auf eine strukturelle Krise: Im internationalen Wettbewerbsindex des IMD liege Deutschland unter 69 Ländern auf Rang 19.
Signale der Landesregierung
Fingerhut stellte mehrere Vorhaben der neuen Landesregierung vor. Die Meisterprämie werde auf 3000 Euro verdoppelt – ein Bekenntnis zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Ein geplantes Effizienzgesetz solle alle landesrechtlichen Berichts-, Dokumentations- und Nachweispflichten bis Ende 2027 aufheben, sofern deren Fortführung nicht besonders begründet werde. Zudem plane das Land, die Mittel für überbetriebliche Bildungsstätten einmalig um 30 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes aufzustocken. Diese Mittel kämen nahezu ausschließlich den Bildungsstätten des Handwerks zugute. Darüber hinaus werde die Initiative „Horizont Handwerk" fortgeführt, die Betriebe bei Personal, Strategie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit unterstütze.
Bericht des Präsidenten
Präsident Klaus Hofmann dankte dem Ministerium für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und hob hervor, dass die Aufnahme des Wortes „Handwerk" in den Ministeriumsnamen ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung sei. In seinem Bericht blickte Hofmann auf das Jubiläumsjahr zurück: Die Kammer feiert 2026 ihr 125-jähriges Bestehen und habe im ersten Halbjahr erfolgreiche Veranstaltungen durchgeführt. Zudem informierte Hofmann die Vollversammlung über geplante Sanierungskosten des ZDH-Verwaltungsgebäudes in Berlin. Diese Kosten würden die Kammern in den kommenden Jahren beschäftigen.
Bericht der Vizepräsidentin
Vizepräsidentin Jutta Knapp thematisierte in ihrem Bericht die Lage der Arbeitnehmerschaft im Handwerk und mahnte faire Rahmenbedingungen insbesondere bei den Themen Rente und Bürokratieabbau an.
Jahresabschluss 2025
Einen zentralen Tagesordnungspunkt bildete der Jahresabschluss 2025. Silke Schewcik-Zizenbacher, Leiterin des Geschäftsbereichs Finanzen, erläuterte das Zahlenwerk. Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2025 beträgt 19,36 Millionen Euro. Das Jahresergebnis liegt bei minus 660.054 Euro.
Die ordentlichen Erträge betrugen 16,23 Millionen Euro und lagen damit rund 996.000 Euro über dem Planansatz. Die ordentlichen Aufwendungen beliefen sich auf 16,93 Millionen Euro – rund 1,27 Millionen Euro weniger als geplant.
Die Vollversammlung stellte den Jahresabschluss 2025 fest, genehmigte die über- und außerplanmäßigen Aufwendungen, beschloss die Rücklagenbildung und erteilte Präsidium, Vorstand, Geschäftsführung und Wirtschaftsführung Entlastung.
Weitere Beschlüsse
Das Gremium beschloss die Bestellung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Quintaris GmbH aus Koblenz für die Prüfung des Jahresabschlusses 2026. Ferner wurden Anpassungen im Gebührenverzeichnis vorgenommen und eine Satzungsänderung verabschiedet.
Neuordnung der Bauberufe
Im Bereich der Berufsbildung stimmte die Vollversammlung der Neuordnung der Bauberufe zu. Beschlossen wurden die Kurse der überbetrieblichen Unterweisung in der Grundstufe in den Bereichen Ausbau, Hochbau und Tiefbau. Darüber hinaus genehmigte das Gremium die Verlagerung überbetrieblicher Ausbildungsmaßnahmen für Tischler von der Zentralgewerbeschule Buchen an die Bildungsakademie der Handwerkskammer sowie Anpassungen an die technische Entwicklung im Ausbildungsberuf Schornsteinfeger. Beschlossen wurden zudem aktualisierte Prüfungsordnungen für Fortbildungsprüfungen nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung sowie eine Regelung zum Validierungsverfahren.
Ausblick
Die nächste Vollversammlung, die 143. Sitzung, findet am 3. Dezember 2026 in der Bildungsakademie der Handwerkskammer statt.
Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald
B 1 1-2
68159 Mannheim
Telefon: +49 (621) 18002-0
Telefax: +49 (621) 18002-199
http://www.hwk-mannheim.de
Kommunikation, Medien, Marketing
Telefon: +49 (621) 18002-171
Fax: +49 (621) 18002-152
E-Mail: haberling@hwk-mannheim.de
Telefon: +49 (621) 18002-104
Fax: +49 (621) 18002-152
E-Mail: marina.litterscheidt@hwk-mannheim.de
![]()