Selbst ein weniger häufiger Verzehr von Eiern reduzierte das Alzheimer-Risiko signifikant. Wie Sabaté berichtet, fanden die Forschenden heraus, dass der Verzehr von Eiern ein bis drei Mal pro Monat zu einer Risikosenkung um 17 Prozent führte, während der Verzehr von Eiern zwei bis vier Mal pro Woche eine Risikosenkung um 20 Prozent bewirkte.
Die Studie mit dem Originaltitel „Egg intake and the incidence of Alzheimer’s disease in the Adventist Health Study-2 cohort linked with Medicare data,“ (Eierkonsum und das Auftreten von Alzheimer in der Kohorte der Adventist Health Study-2 in Verbindung mit Medicare-Daten) wurde vorletzte Woche im Journal of Nutrition veröffentlicht.
Die Forschenden gaben an, die Studie aufgrund einer erheblichen Wissenslücke hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen veränderbaren Ernährungsfaktoren und dem Risiko für Alzheimer durchgeführt zu haben.
Nährstoffe mit positiven Auswirkungen auf die Gehirngesundheit
Eier sind als Quelle wichtiger Nährstoffe bekannt, welche die Gesundheit des Gehirns unterstützen, so Sabaté. Eier liefern Cholin, eine Vorstufe von Acetylcholin und Phosphatidylcholin, die beide entscheidend für das Gedächtnis und die synaptische Funktion sind, heißt es in der Studie. Eier enthalten zudem Lutein und Zeaxanthin – Karotinoide, die sich im Hirngewebe anreichern und mit einer verbesserten kognitiven Leistungsfähigkeit sowie einem verringerten oxidativen Stress in Verbindung gebracht werden. Eier enthalten außerdem wichtige Omega-3-Fettsäuren, und Eigelb ist besonders reich an Phospholipiden, die fast 30 Prozent der gesamten Lipide (Fette) im Ei ausmachen und für die Funktion der Rezeptoren („Empfänger“) der chemischen Botenstoffe zwischen den Nervenzellen (Neurotransmitter) unerlässlich sind.
Die Forscher gaben an, den Verzehr von Eiern sowohl in sichtbarer Form – wie beispielsweise in verschiedenen Zubereitungsarten (Rührei, Spiegelei, gekocht usw.) – als auch in versteckter Form, etwa in Backwaren und verarbeiteten Lebensmitteln, untersucht zu haben.
Die Alzheimer-Fälle in der Kohorte der „Adventist Health Study 2“ wurden laut den Aufzeichnungen von „Medicare“ – der staatlichen Krankenversicherung der USA für Menschen ab 65 Jahren – von Ärzten bei der Studienpopulation von 40.000 Probanden diagnostiziert. Die Teilnahmeberechtigung wurde anhand der „Medicare Master Beneficiary Summary Files” ermittelt. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 15,3 Jahre.
Teil einer ausgewogenen Ernährung
„Die Forschungsergebnisse bestätigen, dass Eier Teil einer gesunden Ernährung sind“, sagte Dr. Jisoo Oh, Professorin für Epidemiologie an der Loma Linda University School of Public Health und Hauptautorin der Studie. Die untersuchten Personen der Kohorte aus der „Adventist Health Study 2“ sind Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die für eine gesunde Ernährungsweise bekannt sind.
Hinweis: Ein Teil der Finanzierung dieser Studie wurde vom American Egg Board bereitgestellt. Weitere Gelder kamen von den National Institutes of Health der USA.
Bestätigung älterer Studienergebnisse
Bereits 2024 wurde im Fachmagazin Nutrients eine Studie der University of Wolverhampton in England in Zusammenarbeit mit mehreren britischen und chinesischen Universitäten veröffentlicht, die zu vergleichbaren Ergebnissen kam. An dieser Studie nahmen jedoch nur 233 ältere Menschen teil. Sie legte auch nahe, dass ein zu hoher Eierkonsum (mehr als zwei Eier pro Tag) das Demenzrisiko aufgrund des hohen Cholesteringehalts wieder ansteigen lässt.
Loma Linda University Health
Die Loma Linda University Health ist ein akademisches medizinisches Zentrum mit sechs Krankenhäusern, einer Arztpraxisgesellschaft sowie mehreren Kliniken im Westen der Vereinigten Staaten und angeschlossenen Organisationen in aller Welt. Diese medizinischen Dienste interagieren mit den acht Fakultäten, die eine auf das Gesundheitswesen ausgerichtete Universität bilden.
Die Loma Linda Universität ist eine Einrichtung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit mehr als 4.400 Studenten. Der Campus liegt in der Stadt Loma Linda südlich von Los Angeles im Landkreis San Bernardino im US-Bundesstaat Kalifornien. Mit etwa 9.000 Mitgliedern hat Loma Linda eine der größten Kirchengemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten weltweit. Die Bewohner leben hier im Durchschnitt ungewöhnlich lange und sind bis ins hohe Alter erstaunlich gesund. Die Stadt gilt damit als eine sogenannte „Blaue Zone“.
In den sechs Krankenhäusern auf dem Campus erhalten die Studierenden eine praxisnahe Ausbildung. Über 100 Studiengänge werden von den Fachbereichen Allied Health Professions, Behavioral Health, Dentistry, Medicine, Nursing, Pharmacy, Public Health und Religion angeboten.
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