Für die einen ist das selbstgesammelte Ei am Morgen ein Stück Lebensqualität. Die anderen schätzen den Aspekt der Selbstversorgung, gerade in Corona-Zeiten. Und für einige wird es sogar zum echten Haustier: Miet-Hühner haben Hochkonjunktur. Vor allem in Städten kommen immer mehr Menschen buchstäblich auf den Geschmack. Aber wie steht es um das Tierwohl? Darf ein Huhn überall leben und Eier legen? Was es mit dem Miet-Huhn auf sich hat und welche Alternativen es gibt, erklären die ARAG Experten.

Was ist mit dem Tierwohl?
Beim Vermieten von Hühnern werden Tiergruppen von fünf bis etwa 20 Tiere für ein bis mehrere Wochen vermietet. Da zum Rundum-Sorglos-Paket meist auch Stall, Zaun sowie Futter gehören, kann sich fast jeder diese vermeintliche Landidylle in den eigenen Garten holen. Allerdings weisen die ARAG Experten darauf hin, dass Hühner sensible Tiere sind, die unter permanenten Umgebungswechseln und damit verbundenen Transporten leiden können. Wer also aufs eigene Frühstücksei setzt, sollte sich zum Wohl der Tiere überlegen, ob nicht besser gleich eine Adoption der Hühner in Frage kommt. Dabei geben die ARAG Experten zu Bedenken, dass Hühner – je nach Rasse – im Schnitt fünf bis sieben Jahre alt werden, dieser Schritt also wohl überlegt werden sollte.

Ist Hühnerhaltung überall erlaubt?
Gackernde Hühner, womöglich noch ein krähender Hahn – nicht überall ist Federvieh willkommen. Daher raten die ARAG Experten, sich vor der Anschaffung der gefiederten Zweibeiner mit den Nachbarn zu verständigen. Gibt es Ärger und geht es vor Gericht, können Halter davon ausgehen, dass die Rechtsprechung auch hier auf die Nachtruhe von 19 bis acht Uhr pocht, in denen der Hahn nicht zu hören sein darf, also im Stall bleiben müsste. Juristisch ist gegen die private Hühnerhaltung allerdings nichts einzuwenden. Selbst in Wohngebieten ist sie sogar erlaubt, da Hahn und Henne als Kleintiere gelten. Anders ist es in der Kleingartenanlage, wo die Tierhaltung in der Regel untersagt ist.

Meldepflicht und Impfung
Wer Hühner hält, muss die Tiere nach dem Tiergesundheitsgesetz (TierGesG) beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse melden. Zudem müssen die Hühner regelmäßig geimpft werden. Dazu gehört nach Auskunft der ARAG Experten alle drei Monate eine Impfung gegen die atypische Geflügelpest sowie eine jährliche Vogelseuche-Impfung. Darüber hinaus kann es für den Notfall durchaus hilfreich sein, sich vorab zu erkundigen, wo die nächste vogelkundige Tierarztpraxis ist.

Der beste Platz für Hühner
Hühner sind Herdentiere und sollten weder alleine gehalten werden, noch in Gruppen mit mehr als 20 Tieren, da sonst der Stress zu hoch sein kann. Wer mit dem Gedanken an eine Hühnerhaltung spielt, sollte über ausreichend Platz verfügen, pro Tier sollten es bei einer artgerechten Haltung etwa fünf bis zehn Quadratmeter Freilauffläche sein, für den Stall gilt ein Mindestplatzbedarf von einem Quadratmeter pro fünf Hühner. Der Balkon oder gar die Wohnung sind also tabu!

Da Hühner gerne und viel scharren, sollte der Stall vielleicht nicht gerade auf einem penibel gestutzten Rollrasen stehen. Egal ob Rasen oder Erde, wichtig ist ein unbefestigter Boden, damit die Hühner auch nach Samen, Würmern und Insekten picken können. Das Hühnerhaus, das es bereits als Fertigbausatz im Tierbedarfshandel gibt, sollte möglichst schattig stehen. Büsche und Sträucher werden von den Hühnern auch gerne als Versteck genutzt. Stall und Auslauf müssen zudem genügend Schutz vor Greifvögeln, Füchsen und Mardern bieten, ansonsten gibt es keine Frühstückseier.

Das richtige Futter
Auch wenn Hühner Allesfresser sind, die neben Insekten und Co. auch ausgesuchte Küchenreste wie z. B. Nudeln, Kartoffeln, Gemüse oder Obst essen dürfen, sollten Halter darauf achten, dass übriggebliebenes Essen regelmäßig aus dem Gehege entfernt wird, bevor es schimmelt und die Tiere krank machen könnte. Körnerfutter gehört allein zur Beschäftigung der Hühner auf den Speiseplan, ebenso wie frisches Wasser.

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