DEHOGA NRW – NGG NRW: „Wir wollen ein lebendiges und wirtschaftlich gesundes Gastgewerbe in NRW mit starken Unternehmen und attraktiven Arbeitsbedingungen!"

  • Deutliche Lohnzuwächse in zwei Schritten für Beschäftigte im NRW-Gastgewerbe
  • Ausbildungsvergütung steigt auf 1.000 Euro im ersten Lehrjahr 
  • deutliche Lohnzuwächse machen Preisanpassungen unvermeidbar 
  • gemeinsame Forderung nach weiteren Hilfen und verbesserten Kurzarbeitergeldregelungen

Nach intensiven Verhandlungen haben sich der Arbeitgeberverband DEHOGA Nordrhein-Westfalen und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Landesbezirk NRW in der Tarifrunde am gestrigen Dienstag auf einen neuen Tarifabschluss für die Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie zwischen Rhein und Weser geeinigt. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund der noch immer währenden Corona-Pandemie mit ihren massiven wirtschaftlichen und personellen Auswirkungen auf die Branche sowie der deutlichen Preissteigerungen und der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 12 Euro statt. Der vorherige Tarifvertrag war zum 31.5.2020 gekündigt worden. Zu neuerlichen Tarifgesprächen war es wegen der Corona-Krise erst Ende des vergangenen Jahres gekommen.

Die Löhne steigen ab dem 1.5.2022 um durchschnittlich 10 Prozent und in einem zweiten Schritt ab dem 1.6.2023 noch einmal um 3,5 Prozent. Der Lohneinstieg liegt künftig bei 12,50 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von insgesamt 25 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen steigen zum neuen Ausbildungsjahr am 1.8.2022 ebenfalls deutlich: im 1. Jahr um 250 auf 1.000 Euro, im 2. Jahr um 220 auf 1.100 Euro und im 3. Jahr um 200 auf 1.200 Euro. Alle Ausbildungsvergütungen werden nach zwölf Monaten um jeweils 100 Euro erhöht. Die Laufzeit des Ausbildungstarifvertrages beträgt 24 Monate. „Wir wollen alle, auch unsere Gäste, in Zukunft und nach Corona ein lebendiges und wirtschaftlich gesundes Gastgewerbe in NRW. Dazu gehören starke Unternehmen und gleichzeitig attraktive Bedingungen für Beschäftigte und Auszubildende, die gerne in Restaurants, Clubs, Hotels und Kantinen arbeiten. Diesem Ziel werden wir mit diesem Tarifvertrag einen wichtigen Schritt näherkommen, auch wenn wir wissen, dass die neuen Tarife eine große Herausforderung für viele Betriebe darstellen werden“, beschreiben Andreas Büscher, Regionalpräsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen und Mohamed Boudih, Landeschef der NGG NRW, die Ergebnisse der aktuellen Tarifrunde. "Wir sind uns zudem darüber im Klaren, dass die deutlichen Lohnerhöhungen angemessene Preisanpassungen bedeuten müssen und hoffen auf die Akzeptanz unserer Gäste als Ausdruck der Wertschätzung für die Arbeit im Gastgewerbe", so Büscher und Boudih. Neben Absprachen zur Lohnentwicklung wurde die Tarifstruktur erneuert und den jetzigen Anforderungen angepasst.

DEHOGA NRW und NGG vereinbarten zudem, bestimmte branchenpolitische Themen wie beispielsweise eine Verbesserung der Ausbildungsqualität sowie die Fortführung weiterhin dringend benötigter angemessener Wirtschaftshilfen und die Verbesserung der Kurzarbeitergeldregelungen künftig gemeinsam anzugehen: "Für diese Themengebiete brauchen wir gute Lösungen, von denen Unternehmer wie Beschäftigte und die gesamte Branche profitieren. Dafür wollen wir zusammen kämpfen", betonen Büscher und Boudih. 

Im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe waren Ende 2019, also vor der Pandemie, rund 408.000 Menschen beschäftigt. Corona-bedingt lag die Zahl der Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie Ende Juni des vergangenen Jahres noch bei rund 345.000.

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